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Kamp-Lintfort
Flotte Flitzer mit Mausefallen-Antrieb

Kamp-Lintfort: Flotte Flitzer mit Mausefallen-Antrieb
Gleich geht's an den Start: (von links) Tayfun, Felix, Kim, Armina und Leah mit ihren selbstgebauten Mausefallen-Fahrzeugen. FOTO: KLaus Dieker
Kamp-Lintfort. So macht Physik Spaß: Zum Abschluss der Unterrichtseinheit über Mechanik sind Achtklässler des Georg-Forster-Gymnasiums bei einen Wettbewerb mit selbst konstruierten kleinen Fahrzeugen angetreten. Von Josef Pogorzalek

Umweltfreundlicher können Fahrzeuge nicht angetrieben werden: Den Achtklässlern des Georg-Forster-Gymnasiums dienen Mausefallen als "Motoren" für ihre Konstruktionen. In der kleinen Turnhalle am Gymnasium müssen die Gefährte ihre Wettbewerbsfähigkeit zeigen. Gesucht wird das Modell, das am schnellsten über eine drei Meter lange Strecke rollt. Einige Oberstufenschüler, die vom Unterricht freigestellt wurden, geben die Startkommandos und stoppen die Zeit auf ihren Smartphones.

Zum fünften Mal führt das Gymnasium den Mausefallenfahrzeug-Wettbewerb durch, und dennoch ist es eine Premiere. In den vergangenen Jahren galt es, möglichst weit zu kommen; an die 40 Meter schafften die besten. Diesmal dürfen zwei Mausefallen als Antrieb genutzt werden, und es geht, wie gesagt, um Tempo.

Das Ganze ist Teil des Physikunterrichts und macht den Schülern, (jawohl, das geht) offenbar viel Spaß. In den vergangenen Wochen haben sich die Jugendlichen mit der Mechanik auseinandergesetzt. Der kleine Wettbewerb schließt die Unterrichtseinheit ab. Ihre kleinen Mausefallen-Flitzer haben die Schüler in Gruppen konstruiert, manche haben sich von den Vorgängermodellen der vergangenen Jahre inspirieren lassen - das Internet macht's möglich.

Die Grundidee: In einer gespannten Mausefalle ist Energie gespeichert, löst die Falle aus, wird die Energie freigegeben. Diese wird mittels eines Hebels und eines Fadens auf eine Fahrzeugachse übertragen - und schon rollt der Wagen! "Bei der Konstruktion der Fahrzeuge können die Schüler viele Gesetze der Physik anwenden", sagt Physiklehrerin Renate Seidel, die zusammen mit ihren Kollegen Robert Raser und Dieter Wallasch den Wettbewerb betreut. Das Hooksche Gesetz zum Beispiel, das angibt, wie sich die in einer Feder gespeicherte Kraft entlädt. Oder das Hebelgesetz, nach dem sich die Kraft durch einen Hebel verstärken lässt.

In die Konstruktion ihrer Fahrzeuge haben die Schüler Phantasie und Fachwissen gesteckt. Modelle aus Legosteinen sind dabei, Mäuse auf Rädern, mit echten Gänseblümchen geschmückte Gefährte. Beliebt sind DVDs als Räder, manchmal mit Isolierband abgeklebt, damit sie auf dem Hallenboden nicht durchdrehen. Tamara und Irem aus der 8 e haben ihre Mausfallen auf einer Achse zwischen zwei alten Schallplatten befestigt, die sie farbig besprüht haben. "Dieter Bohlen und Boney M", sagt Tamara. "Die haben wir auf dem Trödelmarkt gekauft." Das schnellste Vehikel ist es nicht, es wird aber am Ende mit einem Kreativpreis ausgezeichnet, zusammen mit einer tollen (aber fahruntüchtigen, weil zu schwereren) Space-Shuttle-Nachbildung von Felix und Kim aus der 8b.

Die Stadtwerke sponsern Preise (Geld und Gutscheine) für die drei schnellsten Teams, die schnellste Klasse und die originellsten Modelle, Daniel Stelten und Schulleiter Alexander Winzen übergeben die Auszeichnungen. Das flotteste Fahrzeug haben diesmal Niclas, Denis, Jonas und Gregory aus der 8d gebaut: Es ist leicht, hat kleine Räder mit Gummiringen und einen kleinen Hebel. Damit haben die Vier so ziemlich alles richtig gemacht, um die Bestzeit zu erzielen: 1,4 Sekunden auf drei Meter, macht 7,7 Kilometer pro Stunde. Respekt!

Quelle: RP
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