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Kamp-Lintfort
Flüchtlinge lernen im TÜV-Bildungszentrum

Kamp-Lintfort. 30 Flüchtlinge nehmen seit Anfang März an einem durch die RAG-Stiftung geförderten Bildungsprojekt beim TÜV Nord Bildung teil.

Bis Dezember besuchen die jungen Frauen und Männer Sprachkurse, erkunden Berufsfelder und übernehmen berufspraktischen Tätigkeiten in Ausbildungswerkstätten teil. Auf dem Programm stehen zudem Projekte zum interkulturellen Austausch. Ziel ist es, den Teilnehmern eine dauerhaft selbstständige Lebensführung in Deutschland zu ermöglichen.

Das Projekt unter dem Titel "Schulterschluss des Bergbaus" wird von der RAG-Stiftung mit bis zu 1,5 Millionen Euro finanziert und von TÜV Nord Bildung durchgeführt. Ein Standort ist das Bildungszentrum in Kamp-Lintfort. Um auf die teils großen Unterschiede im Bildungsniveau der Teilnehmer aus Herkunftsländern wie Syrien, Iran, Irak und Eritrea einzugehen, findet das Projekt in zwei Gruppen mit je 15 Personen statt. Vormittags steht Sprachunterricht auf dem Programm. Funktionale Analphabeten, also Personen, die das lateinische Alphabet nicht oder nur unzureichend kennen, werden schrittweise auf ein deutsches Sprachniveau gebracht, das es ihnen erlaubt, sich in Alltagssituationen zu verständigen. Teilnehmer, die über grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, werden zu einem Sprachniveau geführt, das eine sichere Verwendung der deutschen Sprache im Alltag und erste beruflich relevante Sprachkenntnisse ermöglicht.

Die Teilnehmer können dies mit einem Sprachzertifikat belegen. Dadurch sollen ihre Chancen auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz gesteigert werden. Der Nachmittag ist gemeinsamen Unternehmungen vorbehalten. In den Werkstätten des Bildungszentrums lernen Teilnehmer verschiedene Ausbildungsberufe kennen. Durch gemeinsame Behördengänge, die Möglichkeit zu Aktivitäten in Sportvereinen und interkulturelles Training werden sie auf ein eigenständiges Leben in Deutschland vorbereitet.

"Wir möchten in dieser herausfordernden gesamtgesellschaftlichen Situation Verantwortung übernehmen und gleichzeitig an die traditionsreiche Integrationsleistung des Bergbaus anknüpfen", sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung. Hermann Oecking, Geschäftsführer von TÜV Nord Bildung, weiß "Viele Flüchtlinge sind hochmotiviert und wissbegierig, müssen sich jedoch in einer völlig neuen Lebens- und Berufswelt zurechtfinden. Vor diesem Hintergrund sind wir der RAG-Stiftung sehr dankbar, die dieses ungewöhnliche Projekt mit ihrer Finanzierung ermöglicht."

Das Projekt "Schulterschluss des Bergbaus" ist ein speziell für Flüchtlinge entwickeltes Bildungsprojekt in den Bergbauregionen in NRW und im Saarland. An den Standorten Bergkamen, Herne, Ibbenbüren, Kamp-Lintfort und Völklingen-Fenne stellt die RAG-Stiftung dafür bis zu 1,5 Millionen Euro bereit. Durchgeführt wird das Projekt vor Ort vom Bildungsdienstleister TÜV Nord Bildung. Lehrer, Ausbilder, Sozialpädagogen, Sprachtrainer und Psychologen arbeiten Hand in Hand, um die insgesamt 150 Flüchtlinge optimal zu betreuen.

Im Fokus der Maßnahme stehen junge Frauen und Männer im Alter von "18+" Jahren, die über eine gute Bleibeperspektive in Deutschland verfügen.

Quelle: RP
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