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Kamp-Lintfort
Flüchtlinge sollen Anfang 2016 einziehen

Kamp-Lintfort. Die Düsseldorfer Regierungspräsidentin Anne Lütkes informierte gestern Abend zahlreiche Bürger im Kamp-Lintforter Rathaus über die geplante Notunterkunft für bis zu 1000 Flüchtlinge auf dem ehemaligen Zechenparkplatz. Von Anja Katzke

Selten finden politische Themen, die im Kamp-Lintforter Rathaus diskutiert werden, so viele Zuhörer wie die Bürgerinformation gestern Abend: Mehr als 100 Kamp-Lintforter waren in den großen Ratssaal gekommen, um sich aus erster Hand über die Planungen des Landes für eine Notunterkunft für bis zu 1000 Flüchtlinge auf dem ehemaligen Bergwerksparkplatz am Bendsteg informieren zu lassen. Regierungspräsidentin Anne Lütkes war dazu eigens aus Düsseldorf angereist. "Es hatte sich in den vergangenen 14 Tagen sehr schnell eine Möglichkeit in Kamp-Lintfort entwickelt, hier eine größere Unterkunft entstehen zu lassen", berichtet sie im Ratssaal. Bislang befinden sich die Planungen noch in einer frühen Phase, doch Lütkes ging gestern davon aus, dass bereits Anfang des kommenden Jahres die ersten Flüchtlinge in der neuen Notunterkunft des Landes am Bendsteg in Kamp-Lintfort einziehen können.

Die Einrichtung soll den Menschen ein erstes Obdach mit Tisch, Bett und "ein bisschen Menschlichkeit" bieten, sagte die Regierungspräsidentin und fügte hinzu: "Wir haben in den vergangenen 14 Tagen einen Riesen Schritt getan." Sie betonte die Notwendigkeit solcher Unterkünfte vor dem Hintergrund, dass landesweit noch viele Flüchtlinge mehr Schutz suchen werden. Wie bereits berichtet, ist als Standort das 20.000 Quadratmeter große Gelände des ehemaligen Zechenparkplatzes vorgesehen. "Alle Fachleute halten das Gelände für geeignet", hob Lütkes hervor. Die Planung der Einrichtung soll sich in den nächsten Tagen weiter konkretisieren. In einem ersten Schritt wird die Bezirksregierung einen Mietvertrag mit der RAG Montan Immobilien GmbH als Eigentümerin des Grundstücks schließen.

Die Düsseldorfer Behörde, die im Auftrag des Landes die Organisation innehat, wird außerdem einen Betreuungsverband und auch Sicherheitsfirmen beauftragen. Auf dem Grundstück werden so genannte Leichtbauhallen errichtet, die den 1000 Menschen ein Dach über dem Kopf bieten werden. Darin gebe es abtrennbare Bereiche, so dass ein Mindestmaß an Privatsphäre gewährleistet werden könne. Zusätzlich sollen weitere Solitärzelte aufgebaut werden, in denen sich Sanitär- und Duschbereiche befinden. Die Leichtbauhallen bestehen laut Bezirksregierung aus festem PVC und seien wetter- und winterfest. Die Aufenthaltsdauer, so Lütkes, solle nicht länger als bis zu zwei bis drei Wochen betragen. "Im Idealfall wäre es nur eine Woche", sagte sie. Die Kamp-Lintforter beschäftigten gestern insbesondere Fragen rund um die Sicherheit, aber auch der medizinischen Versorgung und Betreuung der ankommenden Flüchtlinge. Feststeht, dass die Notunterkunft nach zwei Jahren wieder abgebaut wird, weil die Fläche ab 2018 für die Landesgartenschau 2020 aufbereitet werden muss.

Aktuell leben 503 Flüchtlinge in Kamp-Lintfort.

Quelle: RP
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