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Kamp-Lintfort
Fördergemeinschaft: Stadt soll Pumpenhaus kaufen

Kamp-Lintfort. Im Frühjahr 2017 sollen die Umbauarbeiten an der Friedrich-Heinrich-Allee weitergehen. Rat entscheidet über den Kauf.

Die Verträge sind noch nicht unterschrieben. "Wir gehen aber fest davon aus, dass die Stadt Lehrstollen und Pumpenhaus kauft, um sie an uns zu verpachten", sagt Norbert Ballhaus. "Endgültig entscheidet der Rat am 6. Dezember darüber."

Seit März 2014 stand der Vize-Vorsitzende der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition mit einem Moerser Stahlveredler und Spezialstahlhändler in Kontakt, der Lehrstollen und Pumpenhaus kaufen wollte, um dort Geld zu investieren und es der Fördergemeinschaft für einen symbolischen Pachtpreis zu überlassen. Die Verhandlungen zwischen diesem möglichen Investor und der RAG Montan Immobilien GmbH zogen sich hin, unter anderem weil es um mögliche Altlasten ging, sowie um Wegerechte für Wasser- und Stromleitungen, die im Boden verlaufen. Dazu kam die Bauaufsicht. So gab es im Juni 2015 ein Treffen, bei dem sich Vertreter des Kreises und der Stadt sowie des planenden Architekturbüros und der Fördergemeinschaft vor Ort trafen, um vor allem Fragen des Denkmalschutzes und des Brandschutzes zu klären. "Wir sind zu einer Lösung gekommen", versicherte danach Ballhaus. Doch der mögliche private Investor aus Moers habe "keine Schippe drauf gelegt", sondern langsam die Bremse gezogen. Im März 2016 stieg er aus.

Danach suchte der geschäftsführende Vorstand das Gespräch mit der Stadtverwaltung, die signalisierte, Lehrstollen und Pumpenhaus erwerben zu können. Aus beiden soll ein "Zentrum für Bergmannstradition" entstehen. Im Pumpenhaus will die Fördergemeinschaft ihr Archiv zum Bergbau unterbringen, das sich jetzt noch im Knappenheim an der Schulstraße befindet. Denkbar ist auch, dass die Geologische Sammlung, die zurzeit keinen Ausstellungsraum hat, Platz für eine Präsentation erhält.

Der Kaufpreis, der im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen soll, scheint nicht das Problem zu sein, sondern die Kosten für den Umbau und den laufenden Betrieb. "Wir können eine Muskelhypothek einbringen", sagt Norbert Ballhaus. "Aber die Investition können wir nicht tragen." Er denkt an eine Lösung wie beim Museum "Haus des Bergmanns", dessen Umbau von Kamp-Lintfortern Unternehmen unterstützt wurde. "Wir sind auf Sponsoren angewiesen", sagt der stellvertretende Vorsitzende. Zurzeit laufen Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und der Fördergemeinschaft. "Ich denke, sie gehen positiv aus", sagt Ballhaus. "Wenn der Rat am 6. Dezember grünes Licht gibt, könnten wir Anfang 2017 loslegen."

(got)
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