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Kamp-Lintfort
Freie Fahrt durchs Geisbruch-Dreieck

Kamp-Lintfort: Freie Fahrt durchs Geisbruch-Dreieck
Die Ferdinantenstraße im Geisbruch-Dreieck (links) ist rundum erneuert. Bernhard Lefarth und Thomas Witt zeigen, was sich verändert hat. So wurden die Straßenlaternen auf LED umgestellt. Im Rahmen der Baumaßnahme entstanden auch zwei Kreisverkehre (rechts), einer direkt vor dem Haus Sterna. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Ein Ende ist in Sicht: Spätestens Freitagabend sind Ferdinanten- und Schulstraße im Geisbruch wieder für den Verkehr geöffnet. Damit enden die ersten Bauabschnitte eines der größten Straßenumbau-Projekte in Kamp-Lintfort. Von Anja Katzke

Noch ist der Straßenzug rund um Haus Sterna mit rot-weißen Baustellen-Barken abgesperrt. Doch das soll sich schon heute ändern: "Der Asphalt muss erst noch trocknen", erklären Bernhard Lefarth, Leiter des Kamp-Lintforter Tiefbauamts und des Eigenbetriebs ASK, und sein Stellvertreter Thomas Witt. Beide gehen davon aus, dass Ferdinanten- und Schulstraße spätestens am Abend wieder für den Autoverkehr geöffnet werden können. Nach neun Monaten Bauzeit ist damit ein wichtiger Bauabschnitt der Straßenumbaumaßnahme so gut wie abgeschlossen.

"Es kann noch einmal kurz zu einer Sperrung kommen, wenn wir die Aufpflasterungen vornehmen", erläuterte Bernhard Lefarth. Damit sind die sogenannten verkehrberuhigenden Kissen gemeint. Die Maßnahme war im Oktober 2015 gestartete und verlangte sowohl Anwohnern und Geschäftsleuten als auch Bauarbeitern Geduld ab. Trotz der laufenden Arbeiten wurde der Autoverkehr aufrechterhalten. "Das war sicherlich die größte Schwierigkeit", erklärte Thomas Witt, der die Bauleitung innehatte, bei einem Ortstermin im Geisbruch-Dreieck.

FOTO: Klaus Dieker

Gelungen sei es auch, den Mittwochs-Wochenmarkt regelmäßig am angestammten Standort stattfinden zu lassen. Man habe ihn einmal kurzzeitig verlegen müssen. Mit der Fertigstellung dieses Bauabschnitts löst die Stadt Kamp-Lintfort auch ein Versprechen ein, dass sie Geschäftsleuten und Einzelhändlern gegeben hatte: Das Geisbruchfest kann am Samstag, 10. September, im Dreieck ohne Störungen stattfinden. "Wir standen immer mit der Werbegemeinschaft und den Anwohnern im Kontakt", betont Bernhard Lefarth.

Die Straßenumbaumaßnahme an Ferdinanten- und Schulstraße sei mehr als nötig gewesen. Die Kanalisation stammte zum größten Teil aus 1954 und wies erhebliche Schäden auf. "Es war zu Kanal-Einbrüchen gekommen", erläutert Lefarth. Nach der Sanierung der Kanäle hat sich die Tempo-30-Zone auch sichtbar verändert. Auf Ferdinanten- und Schulstraße verringerte sich zwar die Zahl der Parkplätze, dafür gibt es in den Straßenzügen jetzt mehr Grün. "Es stand nur ein Baum, eine alte Kastanie, die aber von Pilz befallen war", sagt der Leiter von Tiefbauamt und ASK. "Das Stadtbild wirkte eher nüchtern."

Die Stadt ließ Ahorn-Bäume neu pflanzen und legte Pflanzbeete, so genannte Baumscheiben, ein. Dass die Zahl der Stellflächen sich verringert würde, stieß im Vorfeld auf Kritik der Anwohner und Geschäftsleute, die einen erhöhten Parkdruck befürchteten. Es sei eine Parkraumanalyse durchgeführt worden, die die Sorge nicht bestätigt habe, sagt Bernhard Lefarth. Eine neue Pflasterung erhielten außerdem die Fuß (grau)- und Radwege (rot). "Wir haben die ursprüngliche Verkehrsführung nicht verändert." Einen Radweg beispielsweise auf der Ferdinantenstraße gibt nur in entgegengesetzter Fahrtrichtung. Radler, die in Fahrtrichtung unterwegs sind, nehmen künftig die Straße.

Mit der Sanierung wurden beide Straßen auch barrierefrei ausgebaut. Es wurden taktile Elemente auf die Fußgängerwege angebracht und Verkehrsinseln gebaut, die das Überqueren erleichtern soll. Außerdem entstanden zwei Kreisverkehre, einer direkt am Haus Sterna, wo sich Ferdinanten- und Schulstraße gabeln. Ein weiterer Kreisel wurde im Bereich von Schul- und Rundstraße gebaut. "Es ging uns an beiden Stellen darum, eine vernünftige Fußgänger-Klärung zu schaffen. Der Kreuzungsbereich an der Rundstraße war sehr groß angelegt."

In einem nächsten Schritt soll die Schulstraße bis zu Friedrich-Heinrich-Allee erneuert werden. Diese Baumaßnahme ist allerdings erst für das Jahr 2017 vorgesehen. Die Kosten für die komplette Baumaßnahme belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro.

Quelle: RP
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