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Kamp-Lintfort
"Frühstück bei Tiffany" ohne Happy End

Kamp-Lintfort: "Frühstück bei Tiffany" ohne Happy End
Lara Christiane Schmidt als Holly Golightly und Markus Penne als Fred in der Inszenierung von Nadja Blank. FOTO: Marcus Koopmann
Kamp-Lintfort. Zum Start der Kamper Freilichttheater-Saison zeigte die Burghofbühne Dinslaken eine Bühnenfassung des Romans von Truman Capote. Gäste und Theatermacher waren vom Ambiente des Abteiplatzes angetan. Von Birgit Lamayer

Mit 800 Zuschauern startete am Freitag und Samstag das Kamper Freilichttheater. Die Burghofbühne Dinslaken zeigte den Klassiker "Frühstück bei Tiffany" nach Truman Capote.

Die Bühne vor dem Kloster wird von der Sonne beschienen, einige Zuschauer haben Snacks wie Käsewürfel und Süßigkeiten mitgebracht. Schwarze Wände ragen aus dem Bühnenboden auf, werden rautenförmig von dünnen weißen Linien durchbrochen. Sie könnten Gitterstäbe andeuten oder auch Wolkenkratzer in Manhattan. Immer wieder schieben sich aus den Wänden Betten, Liegen und Sitzbänke hervor. Eine schwarze Treppe schafft eine weitere Ebene, auf der gespielt wird. Die Stange mit Kleidern, die an die 60er erinnern, ist wichtiges Requisit, damit Hauptfigur Holly - gespielt von Lara Christine Schmidt - sich vor den Augen der Zuschauer immer wieder verwandeln kann. Regisseurin Nadja Blank setzt auf Glitter und Glamour, es gibt weißblonde Perücken, mal mit einem Hauch von Lila oder auch Blau. Und es gibt kein Happy-End.

Aus der Sicht des Schriftstellers Fred (Markus Penne) wird erzählt, wie er seine Nachbarin Holly Golightly kennenlernt, die von Geld und Geschenken reicher Männer lebt. Sie wartet auf den Richtigen. Der muss reich sein und deutlich älter als der mittellose Fred. "Keine Chance für junge Männer mit beschränkten Mitteln und unbeschränkter Verwirrtheit", wie sie schnell klarstellt. Trotzdem freunden sich die beiden an. Die Exzentrikerin zieht den Schriftsteller in ihren Bann. Als gäbe es nicht schon genug Männer um sie herum, taucht plötzlich noch ihr Ehemann auf. Holly dagegen taucht immer wieder unter.

Sieben Schauspieler setzten die Bühnenfassung von Richard Greenberg um. "Die Inszenierung basiert auf dem Roman, nicht auf dem Film", kündigte Burghofbühnen-Intendant Mirko Schombert vor der Vorstellung an. Eine sehr runde und sehr "achterbahnfahrtige Inszenierung" nannte er die Umsetzung von Regisseurin Nadja Blank. Bei der Romanfassung gibt es wie bei Truman Capote nicht nur kein Happy-End, sondern auch viele Blicke auf die Schattenseiten.

Der Burghofbühnen-Intendant schätzt besonders das atmosphärische Ambiente auf dem Abteiplatz. Gleich mehrfach sei das Ensemble an den Abenden für den schönen Auftritt gelobt worden. Nach der Aufführung mischten sich die Schauspieler zum Plaudern unter die Zuschauer.

Unter dem Motto "Erlebnis, Freude & Genuss" wurde das edle Ambiente als Rahmen für das kulturelle Programm erweitert. Stehtische mit weißen Decken und Pavillons mit luden zum Verweilen ein. Die Veranstalter haben bei der Bewirtung auf regionale Partner gesetzt. Johannes Lehmbrock bietet mit Geilings Bräu zum ersten Mal bei der Freilichtveranstaltung seine Bierspezialität aus Saalhoff an. Eine ortsansässige Metzgerei und eine regionale Bäckerei sorgen mit dem Parkhotel für Speisen.

Für Ilona Haje vom Kamp-Lintforter Kulturamt war das erste Freilichtwochenende 2016 mit "Superwetter und Superstimmung" ein voller Erfolg. Musik und Gespräche noch lange nach der Vorstellung bestätigten, dass das neue edle Ambiente gut ankommt.

Am nächsten Wochenende geht's weiter: Die Vorstellung am Freitag, "Butterkuchen - man steckt nicht drin", ist schon ausverkauft. Karten gibt es noch für den Samstag. Dann bringt das N.N. Theater mit "Metropolis" sozialkritische Science Fiction auf die Bühne. Ilona Haje freut sich auf eine skurrile und schräge Umsetzung. Beginn ist um 20 Uhr. Ab 18 Uhr werden Speisen und Getränke angeboten. Der Eintritt beträgt 17,75 Euro im Vorverkauf und 19 Euro an der Abendkasse.

Quelle: RP
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