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Kamp-Lintfort
Fußball gucken und über das Leben philosophieren

Kamp-Lintfort: Fußball gucken und über das Leben philosophieren
Im Stück "Deutschland gucken" des "Kom (m) ödchens geht es ums Fußball gucken - und noch viel mehr. FOTO: Marcus Koopmann
Kamp-Lintfort. Ein Gastspiel des Düsseldorfer "Kom(m)ödchens" fand am Freitagabend in der Stadthalle Kamp-Lintfort statt. Die Ensemblemitglieder Daniel Graf, Maike Kühl, Martin Maier-Bode und Heiko Seidel zeigten dem Publikum ihr aktuelles Kabarett-Programm "Deutschland gucken".

Die Ausgangslage des Stückes: Die Freunde Lutz, Bodo und Dieter kennen sich seit vielen Jahren und schauen sich alle Fußball-Länderspiele der Deutschen Nationalmannschaft gemeinsam an. So treffen sie sich auch diesmal bei Lutz, um sich das Spiel zwischen Deutschland und den Niederlanden anzugucken. Die Lebensverhältnisse der drei sind sehr unterschiedlich: Während Lutz arbeitsloser Akademiker ist, der beschlossen hat, sich dem Druck der Leistungsgesellschaft zu verweigern, arbeitet Familienvater Dieter Tag und Nacht für eine große Firma. Bodo hingegen hat geerbt und ist Millionär.

Wenn die Männer gemeinsam Fußball gucken, spielen die unterschiedlichen Lebensläufe keine Rolle. Die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als Bodo seine neue Freundin Solveig mitbringt, die den Abend für eine arte-Dokumentation mit der Kamera festhalten möchte. Sie will am Beispiel des Fußballs untersuchen, wie Deutschland sich selbst sieht und den "fröhlichen Patriotismus" zeigen, den sie bei den Weltmeisterschaften beobachtet hat. Schnell wird deutlich, dass die Freunde unterschiedliche Auffassungen haben.

Während Dieter stolz darauf ist, dass "die Dinge hier in Deutschland funktionieren", dies aber nicht in die Kamera sagen will, findet Lutz "Patriotismus ist primitiv". Schonungslos werden so die unterschiedlichen Deutschlandbilder aber auch die Lebensentwürfe der drei Männer radikal in Frage gestellt. Dabei werden aktuelle Themen wie die Flüchtlingspolitik, Pegida-Demonstrationen, Mautgebühren oder der Zwang zur "Selbstoptimierung" aufgegriffen. Die anspielungsreiche und bissige Aufführung löst beim Publikum Heiterkeit und Nachdenklichkeit aus.

(cas)
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