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Kamp-Lintfort
Gänsehaut-Atmosphäre: Abendklänge in Kirche

Kamp-Lintfort: Gänsehaut-Atmosphäre: Abendklänge in Kirche
Das Vokalensemble Dissonanz in der Abteikirche - über die Grenzen der Stadt hinaus haben sich die Musiker einen Namen gemacht. FOTO: mkoo
Kamp-Lintfort. Zahlreiche Zuhörer haben den Auftritt des Chorensembles Dissonanz in der Abteikirche auf dem Kamper Berg genossen. Von Petra Riederer-Sitte

Das 1991 gegründete Chorensemble Dissonanz liefert mit seinen regelmäßigen Auftritten im Rahmen der Geistlichen Konzerte in der Abteikirche Kloster Kamp einen festen und unverzichtbar gewordenen Beitrag zum niederrheinischen Kulturkalender. Längst hat sich die Sängergemeinschaft unter Leitung ihres Gründungsdirigenten Uwe Sin über die Grenzen der Stadt hinaus einen Namen gemacht. Auch das jüngste Konzert mit der verheißungsvollen Überschrift "Abendklänge" viele lockte Besucher auf den Kamper Berg.

"Das neue Programm sollte verschiedene Abendstimmungen einfangen. Zum einen mit Kompositionen, die ganz konkret etwas mit dem Thema Abend/Nacht zu tun haben, wie oder Mendelssohns ,Herr, nun lässest du', das traditionell im klösterlichen Abendgebet gebetet wird, oder Regers ,Nachtlied'. Zum anderen aber überwiegend im übertragenen Sinn, durch Werke, deren Ausdruck einen meditativen, vertrauensvollen oder bittenden, wie in den traditionellen klösterlichen Abendgebeten üblich, manchmal aber auch heiter-festlichen Charakter haben", erklärte Uwe Sin seine Intention bei der Programmgestaltung.

Neben bekannteren Stücken erlebten die Zuhörer in der fast ausverkauften Abteikirche auch selten aufgeführte Werke, wie Vytautas Miskinis' "Cantate Domino", eine erfrischend kontrastreiche Komposition, oder die Motette "O crux ave" des 1964 geborenen Komponisten Rihards Dubra. Die zeitgenössische Musik bildete einen effektvollen Gegenpart zu "alten" Werken, wie Melchior Vulpius' Choral "Hinunter ist der Sonnen Schein" oder Hans Leo Hasslers "Exsultate Deo". Unter Sins konsequent straffer Leitung überzeugte der Chor durch solide Technik und ausgewogene Homogenität, die nur ganz selten, etwa durch leichte Verkrampfung oder minimale Intonationstrübung in den äußeren Stimmlagen, Schwächen zeigte, die im Gesamtklang allerdings keine Rolle spielten. Begeistert hat einmal mehr die traumwandlerische Stilsicherheit, mit der Dissonanz wunderbar konsonant zwischen den Epochen der Musikgeschichte hin- und herwandelte, so dass Raum und Zeit zu einem großen Ganzen verschmolzen. Alles war einfach nur noch Musik.

Das Beste kam zum Schluss: Für den überwältigen Applaus und die stehenden Ovationen bedankte der Chor sich mit der Uraufführung von "Müde bin ich, geh zur Ruh'...", einer Komposition von Chorsänger Knut Paulus, mit der Dissonanz für den Gänsehaut-erregend schönen Ausklang eines rundum gelungenen Konzerts sorgte. Der Beifall, den die Chorgemeinschaft abschließend auch Uwe Sin spendete, zeugte von ihrer Wertschätzung eines Dirigenten, der als Garant für hochkarätige Chorarbeit die Musikszene der Region entscheidend mitgestaltet.

Quelle: RP
 
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