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Kamp-Lintfort
Garten am Waldrand ist ein Sehnsuchtsort

Kamp-Lintfort: Garten am Waldrand ist ein Sehnsuchtsort
Henrike Scriverius und Johannes Reinders haben sich an der Mühlenstraße ein Garten-Paradies geschaffen. FOTO: Marcus Koopmann
Kamp-Lintfort. Johannes Reinders und Henrike Scriverius öffnen am Sonntag, 5. Juni, ihren Garten an der Mühlenstraße für Besucher. Sie beteiligen sich an der Aktion "Kamp-Lintforter Gärten". 25 Gartenbesitzer machen mit. Von Anja Katzke

Die letzte Aprilwoche ist eigentlich zu früh für einen Besuch in diesem Garten. Doch die erste Rhododendron-Blüte hat sich schon geöffnet. Bis August werden viele weitere folgen. Henrike Scriverius und Johannes Reinders haben sich am Dachsberg, direkt am Waldrand, auf rund 2000 Quadratmetern ihren persönlichen Sehnsuchtsort geschaffen. Der Garten mit der weich geschwungenen Wiese, den Stauden und Hecken wirkt romantisch und verwunschen zugleich. 1977 pflanzte Reinders auf dem damals noch elterlichen Hof seinen ersten Baum, einen Tulpenbaum. Dieser hat inzwischen einen stattlichen Umfang bekommen. Der Garten hingegen befand sich in einer stetigen Weiterentwicklung.

Johannes Reinders und Henrike Scriverius sind Landschaftsarchitekten und haben mit ihren Ideen und Konzepten die erfolgreiche Bewerbung Kamp-Lintforts um die Landesgartenschau 2020 mit auf den Weg gebracht. "Der schwierigste Garten für einen Landschaftsarchitekten ist aber der eigene", betont Henrike Scriverius. "Der Anspruch ist hoch, und es gibt so viele Alternativen. Man kann sich in den Möglichkeiten verlieren." Dies ist an der Mühlenstraße nicht geschehen. Der große Garten ist wohl durchdacht. Er spielt mit natürlichen (organischen) und geometrischen Formen. Der Kreis taucht immer wieder auf, im Beet, aber auch auf der Terrasse aus Stein. "Die Formen greifen ineinander", betont Johannes Reinders. Der Staudengarten ist fast fächerförmig angelegt.

Reinders und Scriverius experimentieren viel und gerne, so zum Beispiel mit verschiedenen Staudenkombinationen. Dabei muss es nicht immer der Klassiker sein, der in vielen Hausgärten zu finden ist. Die Kamp-Lintforter haben unter anderem die Euphorbien für ihren Garten entdeckt. Es handelt sich um Wolfsmilchgewächse. Was in einem Garten blüht und was nicht, sei immer auch ein Ausprobieren. "Wir haben hier einen schwierigen Boden. Er ist sandig, an manchen Stellen schattig und trocken. Das ist schon eine Herausforderung, denn wir wollen hier kein Krankenhaus haben. Die Pflanzen sollen sich wohlfühlen." Deshalb entdeckt der Besucher nur wenige Rosen im Garten an der Mühlenstraße. Dafür aber Hortensien, Iris und Phlox.

Johannes Reinders rät, den richtigen Standort für die Pflanzen zu suchen. Denn dies erleichtere die Pflege. An der Gartenseite, die direkt an den Fuß des Dachsbergs grenzt, hat Reinders den Rhododendron, Azaleen, Magnolien und Bambus direkt an den Waldrand gepflanzt. Reinders und seine Frau Henrike Scriverius sind aber längst nicht immer einer Meinung bei der Gartengestaltung. "Mein Mann mag die große Geste, ich bin eher scheu und versuche, die bestehenden Kombinationen zu halten. Für ihn ist das Beet zu voll, für mich muss es so sein", sagt sie. "Sie bremst mich", sagt er. Beide haben aber ein Herz für den alten Pflaumenbaum, den Reinders Vater noch gepflanzt hatte. Er ist ganz knorrig. Eine dort gepflanzte Kletterhortensie gibt ihm jetzt die nötige Stabilität.

Die Aktion Kamp-Lintforter Gärten findet am 4. und 5. Juni statt. Ein Flyer mit allen Adressen liegt im Rathaus aus. www.kamp-lintfort.de

Quelle: RP
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