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Kamp-Lintfort/Leverkusen
Gericht: Verwirrter Mann muss nicht in die Psychiatrie

Kamp-Lintfort/Leverkusen. In der Absicht, sich das Leben zu nehmen, schwamm ein Mann aus Kamp-Lintfort bei Minustemperaturen im Rhein. Außerdem lief er unbekleidet durch Leverkusen und verletzte Menschen bei seiner Flucht. Weil er zur Tatzeit nicht schuldfähig war, wurde der 23-Jährige nicht verurteilt. Den Antrag, ihn dauerhaft in der Psychiatrie unterzubringen, wies die große Jugendkammer auch zurück. Es könne heute von keiner Gefahr für die Allgemeinheit ausgegangen werden.

Im Februar 2013 hatte der Beschuldigte Stimmen gehört und darüber mit einem Freund reden wollen. Er habe die Ausfahrt auf der Autobahn verpasst und sei plötzlich in Leverkusen gewesen, statt bei seinem Freund, sagte der Kamp-Lintforter vor Gericht. Aufgrund seiner Probleme habe er in Leverkusen erneut über Selbstmord nachgedacht und von einer Stimme gehört: "Mach doch!" Dann sei er bekleidet im Rhein geschwommen. Da sein Vorhaben misslang, habe er sich in einer Sparkassenfiliale ausgezogen und aufwärmen wollen. Das beobachteten Kunden und riefen die Polizei. Unbekleidet war der Kamp-Lintforter in eine Apotheke gelaufen, weil er eine Decke oder Ähnliches haben wollte, sagte der Beschuldigte vor Gericht. Dann setzte er frierend und unbekleidet seinen Weg fort und stieß dabei einen Passanten um.

"Ich habe Dinge getan, die für Außenstehende nicht so schön sind", räumte der Beschuldigte ein. Er war in einer Klinik und nehme Medikamente, damit er nicht wieder Stimmen hört, sagte der 23-Jährige.

(BL)
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