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Kamp-Lintfort
Gewölbekeller: Die Kunst zwischen Licht und Dunkel

Kamp-Lintfort. Das Zentrum Kloster Kamp präsentiert ab Samstag die Arbeiten des Bonner Künstlers Jürgen Middelmann.

Als Peter Hahnen vor zwei Jahren Jürgen Middelmann kennenlernte, waren die Bilder des Künstlers bunt. Umso mehr war der Leiter des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp erstaunt, als er jetzt die neuen Arbeiten des Bonners für die gemeinsam geplante Ausstellung sah. Anstatt vieler Farben dominierte nur noch eine in den Bildern: Schwarz in allen möglichen Schattierungen. Jürgen Middelmann faszinierte die Strahlkraft des Lichts. "Hinter dem Vorhang" heißt die Ausstellung, die am Samstag, 22. Oktober, um 15.30 Uhr im Gewölbekeller des Klosters Kamp eröffnet wird.

"Ich habe 2013 alle Farben aus meinen Bildern geworfen", erzählt der Künstler. "Weil ich mich auf wenige Mittel reduzieren und auf die fundamentale und existenzielle Arbeit konzentrieren wollte." Jürgen Middelmann bringt das Schwarz in waagerechten und senkrechten Linien auf die Leinwand. Er modelliert sozusagen das Licht, indem er die Leinwand mit verschiedenen Hell- und Dunkel-Tönen verdunkelt. Durch seine Arbeitsweise erhält das Bild eine starke räumliche Tiefe, so dass der Betrachter tatsächlich den Eindruck gewinnt, als würde Licht durch einen dunklen Vorhang scheinen. "Ich werde oft angesprochen, ob es sich um ein Gewebe handelt", betonte Middelmann gestern bei einer Vorbesichtigung der neuen Ausstellung.

Es sei aber gar nicht seine Absicht, Gewebe zu illustrieren. Middelmann mag dies lieber im übertragenen Sinne verstanden wissen. "Es ist meine Auffassung von Malerei, dass sie gut gewebt ist", erklärt er. Ihn fasziniert das Vage, das sich hinter einem Vorhang befinden kann und etwas durchscheinen lässt. Im Gewölbekeller präsentiert der Künstler aus Bonn nicht nur Bilder, die sich mit der Suche nach dem Licht beschäftigen, sondern auch Zeichnungen und Holzschnitte. Einige der Arbeiten hat der Künstler eigens für die Ausstellung auf dem Kamper Berg geschaffen: Es handelt sich um pechschwarze Platten, in die er Linien gesägt hat. Sie stehen vor einer der Säulen, die von unten mit Licht angestrahlt sind. "Dieses Licht hat mich auf die Idee gebracht, das Thema so umzusetzen." An der Wand gegenüber hängen die dazu passenden Farbabdrücke als Kontrapunkt. Für seine Bilder hatte Middelmann einen Ort gesucht, der ebenso ruhig, still und geerdet wie seine Bilder ist: Er hat ihn im Gewölbekeller gefunden.

Die Ausstellung läuft bis zum 18. Dezember. Eintritt frei.

(aka)
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