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Kamp-Lintfort
Große Goorley muss dem Kino weichen

Kamp-Lintfort. Der Wasserlauf soll im Zuge einer Renaturierung verlegt werden. Von Josef Pogorzalek

Politik und Verwaltung ebnen weiter den Weg für die Ansiedlung eines Kinos auf dem ehemaligen Zechengelände in Kamp-Lintfort. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat gestern einstimmig die öffentliche Auslegung der Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Der Kamp-Lintforter Unternehmer Thomas Berger möchte das Kino mit rund 900 Zuschauerplätzen möglichst noch in diesem Jahr bauen. Das Grundstück im nördlichen Bereich der ehemaligen Zeche, gegenüber EK3, hat er bereits von der RAG Montan Immobilien gekauft.

Bei inzwischen erfolgten Messungen hat sich herausgestellt, dass der Baukörper nach den jetzigen Planungen bis unmittelbar an die Böschung der Großen Goorley heranreicht. Der Investor lehne eine Änderung der Planung aus betriebswirtschaftlichen Gründen ab, sagte gestern Planungsamtsleiterin Monika Fraling im Ausschuss. Deshalb plant die Stadt um: Übergangsweise solle der Wasserlauf durch Spundwände gesichert werden. In absehbarer Zeit - spätestens bis zur Landesgartenschau im Jahr 2020 - sei dann eine Renaturierung der Großen Goorley seitens der Lineg vorgesehen. Dabei werde das Gewässer vom Kino weg verlegt.

Kämmerer Martin Notthoff sprach von einer planerischen Herausforderung, weil auf der anderen Seite der Großen Goorley, in Nachbarschaft zum Kino, irgendwann auch ein Bahnhof entstehen soll - so jedenfalls ein Wunschtraum, an dessen Verwirklichung man arbeitet. Heinz-Peter Ribbrock (FW/Piraten), stellte in diesem Zusammenhang die Frage, ob der Bach in diesem Bereich überhaupt offen verlaufen müsse. Werde es dann nicht eng für die Bahnstation? Freilich beeilte er sich, festzustellen, dass er die Planung nicht grundsätzlich anzweifeln wolle. "Wir wissen alle, wie sehr sich die Kamp-Lintforter Bürger das Kino wünschen."

Damit das Kino gebaut werden kann, muss auf dem Gelände ein 1500 Quadratmeter großer Wald abgeholzt werden. Die Frage der Ersatzpflanzungen scheint noch nicht abschließend geklärt zu sein. Sie könnten im Zuge der Renaturierung der Großen Goorley erfolgen, hieß es gestern.

Johannes Tuschen (Grüne) fragte, ob der Ausgleich für das verlorene Stück Natur nicht auch durch die Anlagen für die Landesgartenschau geschaffen werden könne. "Das würde vieles einfacher machen." Monika Fraling konnte diese nach ihrer Aussage "spannende Frage" nicht beantworten, will sich ihr aber noch widmen.

Quelle: RP
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