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Kamp-Lintfort
Hans-Hermann Evers führt Seniorenrat

Kamp-Lintfort: Hans-Hermann Evers führt Seniorenrat
FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Kamp-Lintfort. Der 66-jährige leitet das 25-köpfige Gremium, das vor allem eine Plattform ist, um Informationen auszutauschen. Von Peter Gottschlich

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran." Vor fast vier Jahrzehnten brachte Sänger Udo Jürgens diesen Ohrwurm heraus. Ein bisschen trifft der Refrain auch auf Johannes-Hermann Evers zu. Denn für ihn, der immer nur Hans-Hermann Evers gerufen wird, begann kurz vor seinem 66. Geburtstag ein neuer Lebensabschnitt. Er wurde im Oktober zum Vorsitzenden des Seniorenrates gewählt. "Der Seniorenrat ist ein Bindeglied zwischen den Seniorenvereinen, den Altenheimen und der Stadtverwaltung", erzählt der 66-jährige Kamp-Lintforter. "Er hat 25 Mitglieder. Dreimal im Jahr trifft er sich." Dabei ist das 25-köpfige Gremium vor allem eine Plattform, um Information auszutauschen. "Ich gebe das weiter, was ich beim Runden Tisch für Senioren im Kreis höre", berichtet der frühere Justizbeamte, der bei den Amtsgerichten Moers und Rheinberg als Gerichtsvollzieher arbeitete. "So habe ich gerade eine Broschüre zur Demenz verteilt, die ich in Wesel erhalten habe. Gleichzeitig gebe ich Anliegen und Fragen aus Kamp-Lintfort an den Runden Tisch weiter."

Das Gremium ist daran beteiligt, die Broschüre 50 Plus zu überarbeiten, in der beispielsweise Ärzte, Apotheken, Beratungsstellen, Seniorenheime und Vereine vermerkt sind, die Sport, Kultur oder Sozialtes für Ältere anbieten. "In der neuen Broschüre sollen auch Cafés und öffentliche Toiletten aufgenommen werden, die für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator zu erreichen sind", sagt der Vorsitzende des Seniorenrates. Er folgt auf den verstorbenen Willi Barenberg. "Dabei arbeitet der Seniorenrat eng mit dem Behindertenbeauftragten Bernhard Krebs zusammen."

Ein großes Thema für das Gremium ist die Quartiersentwicklung. "Menschen wollen solange wie möglich zuhause leben", berichtet er als Vorsitzender der Seniorengruppe St. Paulus. "Das funktioniert nur, wenn es einen Einkaufsservice gibt, entweder durch Familienangehörige oder andere. Dazu muss es Beratungsangebote vor Ort geben, zum Beispiel, um beim Ausfüllen von Formularen zu helfen." Nachdem ein Quartierbüro im Geisbruch eingerichtet wurde, sollen weitere im Gestfeld und in der Stadtmitte aufgebaut werden.

Ein weiterer Punkt der Arbeit ist der öffentliche Personennahverkehr. "Da geht es manchmal um kleinere Fragen, manchmal um größere", berichtet der ältere Bruder des Sozialamtsleiters Franz-Josef Evers, der auch Brudermeister der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Camperbruch ist. "Zum Beispiel konnten wir die Niag dazu bewegen, die Schrift der Fahrpläne an Bushaltestellen zu vergrößern, damit sie von Senioren gelesen werden können. Nicht bewegen konnten wir die Niag, das Verbot aufzuheben, Scooter in Bussen mitzunehmen, also Rollstühle mit Elektroantrieb." Einmal im Jahr organisiert der Seniorenrat eine Fahrt. Diesmal geht es zum Landtag nach Düsseldorf. "Wir wollen dort eine Debatte verfolgen", sagt Hans-Hermann Evers. "Dann wollen wir mit dem Landtagsabgeordneten René Schneider diskutieren. Mit ihm habe ich bereits über die Fahrt gesprochen." Schließlich hat der Vorsitzende diese Aufgabe selbst zu übernehmen, da er auf keinen Stellvertreter bauen kann. Nur Schriftführerin Annelie Handrik steht ihm zur Seite. "Vielleicht findet sich im Laufe der Zeit noch ein Stellvertreter", meint Hans-Hermann Evers. "Er kann auch jünger als 66 sein."

Quelle: RP
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