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Moers
Hier können Jugendliche bald chillen

Moers: Hier können Jugendliche bald chillen
Sie haben gestern schon mal probeweise gechillt: (stehend von links): Frank Liebert und Georg Albustin (beide SCI), Angela Preuß und Gerburg Dicks (beide Jobcenter), Birgit Lötters (Stadtverwaltung), sowie auf der Bank Pierre Lewin, Barbara Mennekes, (verdeckt) Michael Schwarze und Marvin Brosius. FOTO: Arnulf Stoffel
Moers. An der Europaschule entstehen ein Offenes Klassenzimmer und besondere Bänke. Sie gehören zu einem neuen Treffpunkt für Jugendliche. Einer Skateranlage soll folgen. Nach den Entwürfen von Schülern setzen Arbeitslose die Pläne um. Von Josef Pogorzalek

Gestern Mittag konnten sich Pierre Lewin, Marvin Brosius und Michael Schwarze schon mal auf den neuen, wellenförmigen Bänke fläzen und in der warmen Herbstsonne entspannen, oder chillen, wie Jugendliche sagen würden. Das Trio gehört zu insgesamt zehn Langzeitarbeitslosen, die auf dem Gelände der Europaschule einen Treffpunkt für Jugendliche anlegen. Neben den beiden Bänken gehört ein Offenes Klassenzimmer dazu, das aus vier überdachte Tischen mit Bänken besteht. Dort kann bei schönen Wetter Unterricht stattfinden. Am Nachmittag soll die "Chill-Oase" aber den Jugendlichen aus dem Stadtteil gehören.

Viele Partner sind an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt: die Schule, die Stadt, das Jobcenter, der SCI Moers, der Förderverein der Schule, die Schüler. Die Anfänge gehen zurück auf eine Bürgerversammlung im Oktober 2013, aus der der Runde Tisch Gestfeld hervorgegangen ist. "Es ist schnell klar geworden, dass etwas für die Jugend getan werden muss", sagte gestern Birgit Lötters von der Stadtverwaltung. Im Rahmen einer Werkstatt entwarfen Schüler der fünften und sechsten Klassen eine Planung und machten sich auf die Suche nach Sponsoren. Mit deren Hilfe konnten die bisher angefallenen 10 000 Euro Materialkosten gestemmt werden. Der Aufbau erfolgt im Rahmen eines Projekts für Arbeitslose, das vom Jobcenter gefördert und vom SCI betreut wird.

Ganz begeistert zeigte sich Schulleiterin Barbara Mennekes gestern vom Einsatz der Ein-Euro-Jobber. "Sie haben bei Wind und Wetter draußen gearbeitet." Und dabei auch Spaß gehabt, wie Michael Schwarze (23) gestern erzählte. Seit fünf Jahren ist er arbeitslos gemeldet. Einen Beruf hat er nicht erlernt. "Nach der Schule hab ich meinen Vater gepflegt." Schwarze und seine Kollegen hoffen, durch das Projekt einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu kriegen. "Die Chancen werden deutlich größer", sagte Gerburg Dicks vom Jobcenter.

Wenn die Arbeiten ganz abgeschlossen sind, wird das Gelände hinter der Schule nachmittags durch ein Tor zu betreten sein. Bis 17 oder 17.30 Uhr seien Lehrer in der Schule. Abends wolle der Postsportverein, der die Sporthalle nutzt, das Gelände im Auge behalten - und es um 22 oder 23 Uhr wieder abschließen. Die offizielle Einweihung der Chill-Oase wird am 17. oder 18. Dezember erfolgen. Dann soll auch den Sponsoren gedankt werden.

Geldgeber werden weiter gebraucht: Auf dem Gelände soll, wenn möglich schon im nächsten Jahr, auch eine "Bowl" für Skater angelegt werden - eine Art Pool ohne Wasser, an dessen abgerundeten Wänden sich auch Skate-Anfänger üben können. Kostenpunkt: 90.000 Euro.

Quelle: RP
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