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Kamp-Lintfort
Hochschule beweist ihre 3D-Kompetenz

Kamp-Lintfort: Hochschule beweist ihre 3D-Kompetenz
Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, besichtigte gestern mit dem Moerser SPD-Bundestagsabgeordneten Siegmund Ehrmann das FabLab an der Hochschule in Kamp-Lintfort. FOTO: Siwe
Kamp-Lintfort. Das FabLab der Hochschule Rhein-Waal gehört ein Jahr nach seiner Eröffnung mit zu den größten. Die Hochschule will jetzt mit zwei Partnern 3D-Kompetenzzentrum Niederrhein werden. Förderung von 3,9 Millionen wird erwartet. Von Anja Katzke

Für Siegmund Ehrmann, Moerser SPD-Bundestagsabgeordneter, gehört das FabLab der Hochschule Rhein-Waal zu den Referenzprojekten in der Region zum Thema "Industrie 4.0". Bevor er am Abend im Rahmen der Reihe "Bundestagsfraktion vor Ort" in Moers über die Herausforderungen im digitalen Zeitalter diskutierte, besichtigte er deshalb zusammen mit seinem Gast Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, die Hightech-Werkstatt der Fakultät Kommunikation und Umwelt in Kamp-Lintfort. FabLab ist die Abkürzung für Fabrication Laboratory. Davon gibt es weltweit inzwischen 680. Im Kamp-Lintforter FabLab können sich Schüler, Studenten, Gründer und Unternehmen mit der modernen Fertigungstechnologien vertraut machen.

Die Hightech-Werkstatt wurde im Technikum der Hochschule eingerichtet. Es bietet interessierten Forschern und Tüftlern auf 600 Quadratmetern die notwendigen Maschinen, um eigene Ideen zu entwickeln. "Wir haben 16 verschiedene 3D-Drucker", berichtete Professor Karsten Nebe, Direktor des FabLab. Die neueste Anschaffung ist ein großer 3D-Drucker, der für verschiedene Zwecke bis zu einem Kubikmeter Volumen genutzt werden kann. Dazu kommen laut Nebe weitere Gerätschaften wie Fräsen und Lasercutter. Nebe präsentierte Brigitte Zypries gestern einige Ergebnisse und Prototypen, die in der Hightech-Werkstatt entwickelt wurden: einen Handschuh zum Beispiel, mit dem ein Modellauto ferngesteuert, und eine Bewässerungsanlage, die über das Handy angeschaltet werden kann. "Wir wollen hier Innovation fördern", betonte Karsten Nebe. "Die Studenten sind mutig und probieren vieles aus." Die Hochschule bietet aber auch Workshops für Kindertagesstätten und Schulen an. "Wir arbeiten mit 15 Schulen zusammen", berichtete Martin Kreymann, Leiter des ZDI-Zentrums (Zukunft durch Innovation) an der Hochschule. Auch mittelständische Unternehmen in der Region nutzen mehr und mehr die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit, um im FabLab ihre innovativen Ideen zu realisieren. Die Hochschule Rhein-Waal macht sich jetzt auf den Weg, um in Kooperation mit der RWTH Aachen und der Hochschule Ruhr West 3D-Kompetenzzentrum Niederrhein zu werden. Das Konzept wurde im Rahmen des Landesprojekts "Regio NRW" ausgewählt, das die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen in Nordrhein-Westfalen zum Ziel hat. Die 44 ausgewählten Projekte sollen mit rund 29 Millionen Euro von der EU und vom Land gefördert werden. "Wir warten noch auf den Bewilligungsbescheid", betonte Karsten Nebe. Das Kompetenzzentrum, in dem die Hochschule Rhein-Waal die Federführung übernimmt, soll mit einem Volumen von 3,9 Millionen Euro unterstützt werden. Das berichtete gestern Dr. Jens Stuhldreier, Leiter der Regionalagentur Niederrhein. Die Hochschule hofft, aus den Mitteln zwölf Vollzeitstellen schaffen zu können.

Quelle: RP
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