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Kamp-Lintfort
Hochschule lockt viele Neugierige

Kamp-Lintfort. Tausende Bürger aus der Region, darunter Kinder und Abiturienten, Flüchtlinge und Unternehmer besuchen die Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort beim Tag der Offenen Tür. Von Peter Gottsc

Karsten Nebe hatte am Samstag kaum Gelegenheit, das Technikum zu verlassen. "Ich bin nur einmal kurz auf dem Campus gewesen", erzählte der Professor für Informatik an der Hochschule in Kamp-Lintfort. "Es waren unheimliche viele Besucher hier, noch mehr als im letzten Jahr." Wie im Technikum sah es beim Tag der Offenen Tür in der gesamten Hochschule aus, da mehrere Tausend Besucher sie kennen lernen wollten. Die meisten davon gehörten vier Gruppen an: Kindern und Abiturienten, Flüchtlingen und Unternehmern.

Die Kinder besuchten vor allem das Technikum, wo sie im Fabrikations-Laboratorium selbst Hand anlegen konnten. Begleitet von ihren Müttern und Vätern, zeichneten sie zum Beispiel mit einem 3-D-Stift einen Gerüstturm, der anschließend als dreidimensionaler Turm von einem 3-D-Zeichner hergestellt wurde. Sie stanzten Schablonen, um T-Shirts zu bedrucken. Oder sie sahen zu, wie tellergroße Drohnen mit Kameras hergestellt werden. "Für die Kinder ist es natürlich ein Erlebnis, selber etwas zu bauen", meinte Karsten Nebe. Wenn sie das Technikum durchlaufen hatten, konnten sie im "Haus der Kleinen Forscher" weiter experimentieren.

Neben Kindern schauten Abiturienten ins Technikum hinein, selbst wenn sie sich vor allem für die Hochschule im Allgemeinen interessierten. Sie waren aus einem Umkreis bis zu 30 Kilometern angereist. Sie konnten sich einer Campusführung anschließen, die im Audimax begann. Von Constantin Hömberg erfuhren sie, welche Studiengänge die 1720 Studenten in Kamp-Lintfort belegen und wo sich die Fakultät "Kommunikation und Umwelt" der Hochschule Rhein-Waal befindet. "Themenfelder sind zum Beispiel Kommunikationsinformatik, Design, Psychologie, Umweltwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaft", sagte ein Student, der im vierten Semester Psychologie studiert und die familiäre Atmosphäre auf dem Campus liebt. "Die meisten Studiengänge werden auf Englisch unterrichtet."

Die Internationalität zog am Samstag auch Flüchtlinge aus Syrien an, die zusammen mit ihren Mentoren den Tag der Offenen Tür besuchten. So übersetzte Safwan Hatteb bei den Campusführungen die Information auf Hocharabisch. Die Flüchtlinge wollten zum Beispiel wissen, ob sie Sprachkurse an der Hochschule belegen können, Sportangebote besuchen dürfen oder Student werden können. Safwan Hatteb, der im sechsten Semester Umweltwissenschaften studiert, erläuterte, von welchen Dingen dies im Einzelfall abhänge.

Neben diesen drei Gruppen hatten auch Unternehmer Interesse an der Hochschule. Sie fragten nach, ob es möglich sei, an der Hochschule Dinge produzieren zu lassen. "Wir können im Fab-Lab keine Serien fertigen, sondern nur Einzelstücke", erwiderte Karsten Nebe

Im Gespräch wies er auf die ersten Studenten hin, die zurzeit dabei seien, sich mit dem selbstständig zu machen, was sie an der Hochschule gelernt hätten.

Abiturienten, die den Tag der Offenen Tür verpasst haben, können sich in der "Langen Nacht der Studienberatung" über die Hochschule informieren. Dazu öffnet am Samstag, dem 18. Juni, das Mensagebäude von 17 bis 20 Uhr die Türen. Der nächste Tag der Offenen Tür findet im April oder Mai 2017 statt, ist aber noch nicht endgültig terminiert.

Quelle: RP
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