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Kamp-Lintfort
Horst Eckert stellt seinen neuesten Roman vor

Kamp-Lintfort. Der Autor las in der Stadtbücherei aus "Wolfsspinne".

Am 4. November 2011 wird in Eisennach eine Bank überfallen. Wenig später findet man die beiden NSU-Täter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhard tot in einem brennenden Wohnmobil. Angeblich haben sie sich selber erschossen. Ihre ebenfalls zur Szene gehörige Freundin Beate Zschäpe kann festgenommen werden. Die Aufklärung ist keine leichte Aufgabe, denn wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, soll auch der deutsche Verfassungsschutz in die Angelegenheit verstrickt gewesen sein. Für den Düsseldorfer Schriftsteller Horst Eckert war dies ein entscheidender Grund, die ganze Sache zum Thema seines neuesten, im September im Rowohlt-Verlag erschienen Kriminalromans "Wolfsspinne" zu machen. Am Freitag war er damit zu einer Lesung in der Stadtbücherei zu Gast und stellte dabei die Frage nach der Wahrheit der bisher in der Öffentlichkeit verbreiteten Fakten zu dem Fall. "Es ist mir nicht ganz leicht gefallen, aus diesen inzwischen als 'unglaubliche Pannenserie' bezeichneten Tatsachen einen Kriminalroman zu machen", bekannte er, nachdem er zunächst sich und seine Schriftstellerbiographie vorgestellt hatte. "Ich wollte die ganze Geschichte ja nicht einfach nacherzählen. Außerdem war mir bewusst, dass ich so gut wie keine Chance hatte, an die wirklichen Daten heranzukommen."

Heraus gekommen ist dabei dennoch ein beklemmend realistisch wirkender Politthriller, in dem die beiden Bankräuber sich nicht selber umgebracht haben, sondern auf Befehl eines beteiligten Verfassungsschützers von einem in die Neonazi-Szene eingeschleusten V-Mann namens Ronny Vogt liquidiert wurden. Dass dieser V-Mann ein Jahr später erneut als Spitzel in der Düsseldorfer Drogenszene eingesetzt wird, bringt ihn eher zufällig in Verbindung mit dem von Horst Eckert schon in seinen beiden letzten Romanen ermittelnden Kommissar Vincent Che Veih. Eine gefährliche Verbindung, die nicht nur Ronny Vogts verdeckten Einsatz aufzudecken droht, sondern auch sein Leben gefährdet. Ob er sich dabei retten kann oder tatsächlich stirbt, erfuhren die Lesungsbesucher am Freitag natürlich nicht. Dafür gab es einen Büchertisch, an dem die Besucher Eckerts neuen Roman signieren lassen konnten.

(lang)
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