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Kamp-Lintfort
Interkulturelle Woche: Kirche will mit Vorurteilen aufräumen

Kamp-Lintfort. Zwei eiserne Bettgestelle auf 2,5 mal 3,5 Metern, zwei Tischchen und zwei Doppelspinde - für mehr gibt es in diesem Raum keinen Platz. Rainer Backhaus hat ihn der Begegnungsstätte Kaliko am Rathausplatz eingerichtet.

"So sieht das Zimmer für zwei Flüchtlinge aus", sagt das Mitglied des Vereins Flüchtlingshilfe in Kamp-Lintfort. "Es ist eine Minimalversorgung, wie in der Flüchtlingsunterkunft an der Friedrichstraße. Die Flüchtlinge haben keinen Intimbereich", betont er und möchte gleichzeitig mit Vorurteilen aufräumen, dass Flüchtlinge würden hier in Saus und Braus leben würden. Das ist zugleich das Ziel der Interkulturellen Woche, zu er die Kirchen in Kamp-Lintfort aufrufen. Sie stand dieses Mal unter dem Motto "Vielfalt verbindet". Unter anderem hatten die evangelische, katholische, freikirchliche, bosnische und DITIB Gemeinden zu einem interkulturellen Gebet einluden, dem 60 Gläubige auf dem Rathausplatz zuhörten.

Es folgten Filmvorführungen und Lesungen. Am Samstag organisierte der Runde Tisch für Flüchtlinge ein Fest. Es sollte Teil des bunten Treibens beim Stadtfest werden. Doch als es am Samstagnachmittag begann, hatten schon viele Trödler und Händler ihre Zelte abgebrochen, da es unaufhörlich geregnet hatte. So schauten nur wenige beim Interkulturellen Fest vorbei. "Wir hätten ein besseres Wetter verdient gehabt", fand Flüchtlingsbetreuerin Benedicte Ngongo. Die Kinder konnten trotz des Wetters spielerisch und künstlerisch aktiv sein. Im Kaliko malten sie Flaggen der Länder bunt aus, aus denen ihre Eltern stammen. Diese unterhielten sich gleichzeitig bei Kaffee und landestypischen Kuchen, die sie mitgebracht hatten. "Wir wollen Flagge zeigen", berichtete Angelika Buttgereit, die die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit bei der Stadt koordiniert.

"Ursprünglich wollten wir eine Leine auf dem Rathausplatz aufspannen, um die Flaggen aufzuhängen. Doch bei dem Regen geht das nicht. Wir holen das irgendwie nach." Durch den Dauerregen litt auch das Bühnenprogramm, zum Beispiel als die Kamp-Lintforter Zahnärztin Hala Al Homsi und ihre Bekannten, Zahnarzt Bader Alabed und Zahntechnikstudent Adham Najem Alabdullah, syrische Volkslieder vortrugen.

(got)
 
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