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Kamp-Lintfort
Jubiläum: St. Bernhard ist eine große Familie

Kamp-Lintfort: Jubiläum: St. Bernhard ist eine große Familie
In der Küche kennt sie jeder: Dort ist Barbara Jansen seit 38 Jahren Wirtschafterin zwischen Kochtöpfen und Backöfen, zwischen Kühlschränken und Spülmaschinen. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Das Krankenhaus feiert vom 7. bis 10. September das 50-jährige Bestehen in Kamp-Lintfort. Und alle Mitarbeiter feiern mit. Viele sind dem St.-Bernhard-Hospital selbst seit Jahrzehnten treu verbunden. Von Anja Katzke und Peter Gottschlich

In einem Krankenhaus spiegelt sich fast die ganze Berufswelt. Es arbeiten dort nicht nur Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, sondern auch Männer und Frauen, die nicht im medizinischen Bereich tätig sind - zum Beispiel Tischler: Gregor Mayland ist Herr der Schreinerei, die im Untergeschoss des Hospitals liegt. Und vermutlich ist er der einzige Mitarbeiter, der alle Räume im Kamp-Lintforter Hospital kennt, das 1967 errichtet wurde. Anfang September wird das 50-jährige Bestehen des Krankenhauses groß gefeiert.

50 Jahre - so lange ist Gregor Mayland noch nicht am Haus. Er trat vor 30 Jahren in die Dienste des Krankenhauses. Von 1986 bis 1988 absolvierte der ausgebildete Tischler seinen Zivildienst am St.-Bernhard-Hospital. Eigentlich wollte er Instrumentenbauer werden. "Man hat mir damals angeboten, hier zu bleiben", erinnert er sich. Die Liebe zur Musik blieb. Mayland, der Gitarre spielt, gehörte zu den Gründern der Krankenhausband "Bernhard Extrem", die in seiner Zivildienst-Zeit von sich reden machte."

Vor anderthalb Jahren fand eine Reunion statt. Die Band, deren Mitglieder aus beruflichen Gründen Kamp-Lintfort inzwischen verlassen haben, kam im ABC-Keller zusammen und erspielte 2500 Euro für die Palliativstation. Ein Jahr später folgte die Wiederholung. Damals gingen die Einnahmen an den Förderverein Aries. "Das sind schöne Erinnerungen", sagt Gregor Mayland der beruflich später den Tischler-Meister drauf gesattelt hat. Heute ist er bei der Krankenhaus-Tochtergesellschaft "FAC'T" beschäftigt. In einem Krankenhaus gibt es viel zu tun und zu reparieren. "Mein Beruf ist abwechslungsreich. Und: Ich komme am Tag auf ziemlich hohe Schrittzahlen", erzählt er lächelnd.

In der Küche kennt sie jeder. Dort ist Barbara Jansen seit 38 Jahren Wirtschafterin zwischen Kochtöpfen und Backöfen, zwischen Salaten und Desserts, zwischen Kühlschränken und Spülmaschinen. "1978 habe ich hier ein Praktikum gemacht", erzählt die 56-jährige Kamp-Lintforterin. "Nach meiner Lehre konnte ich sofort in der Küche anfangen." Diese Küche liegt immer noch am gleichen Ort.

Allerdings hat sich fast jedes Jahr etwas geändert. "1979 wurde das Bandsystem eingeführt", erzählt Barbara Jansen, die nach Daniel Mehler die "Dienst-Zweit-Älteste" ist. "Bis dahin wurde das Essen noch in Wagen auf die Stationen gebracht und dort direkt ausgegeben. Seitdem wird es in der Küche portioniert. Dieses System ist so gut, dass es heute noch funktioniert und weiter ausgebaut wurde." Allerdings entwickelten die Mitarbeiter der Küche es mit der Verwaltung immer weiter. "Wir haben die Auswahl vergrößert", sagt die diätisch geschulte Fachkraft, die bei der Tochtergesellschaft FAC'T des Krankenhauses angestellt ist, wie die anderen 90 Mitarbeiter in der Küche.

"Mittlerweile bieten wir sogar separate Speisepläne für Zusatzversicherte an. Die Menüerfassung erfolgt elektronisch." Ferner sind Frühstück, Mittagessen und Abendessen Schritt für Schritt individueller geworden, weil die Menschen unterschiedlich essen, beispielsweise vegetarisch oder frei von Schweinefleisch. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Hygiene gestiegen. Davon zeugt der große Umbau der Küche im Jahr 2004. "Alles ist kernsaniert worden", blickt Jansen zurück. "Es kamen neue Wände, Leitungen, Fliesen, Decken und Kühlräume hinein. Dazu wurde die Küchenausstattung ersetzt." In der Küche herrsche ein starker Zusammenhalt, erzählt sie, weil hier alle Hand in Hand arbeiten müssen.

Quelle: RP
 
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