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Kamp-Lintfort
Jugendliche kämpfen um längere Öffnungszeiten im SCI-Café

Kamp-Lintfort: Jugendliche kämpfen um längere Öffnungszeiten im SCI-Café
Eine Billardpartie im SCI-Café. In der Mitte Leiter Milan Djuric, der der Jugendeinrichtung zu neuer Beliebtheit verhalf. FOTO: dieker
Kamp-Lintfort. Das Café an der Moerser Straße erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Gestern haben Jugendliche im Rathaus eine Unterschriftenliste abgegeben. Die Café-Besucher bitten darum, die Betriebszeiten zu verlängern. Von Peter Gottschlich

Juliane Glaser hat gestern im Rathaus eine Liste mit 75 Unterschriften abgegeben, die andere Jugendliche und sie in den letzten Tagen gesammelt hatten. Dazu überreichte die 16-jährige Sprecherin des SCI-Jugendcafés an der er Moerser Straße, die von fünf Jugendlichen begleitet wurde, ein Anschreiben. Die Jugendlichen bitten darum, die Öffnungszeiten zu erweitern. "Die Jüngeren von uns wünschen sich eine frühere Öffnung, die Älteren eine spätere Schließung und am liebsten eine Öffnung an jedem Tag", heißt es in dem Schreiben an den Jugendhilfeausschuss der Stadt.

Zurzeit ist das Jugendcafé an fünf Tagen in der Woche geöffnet, montags bis mittwochs, sowie freitags und sonntags von 16 bis 20 Uhr. Donnerstag und Samstag sind Ruhetage. Schon länger haben die Jugendlichen den Wunsch, diese 20 Stunden zu erweitern. "Die älteren Jugendlichen müssen um 22 Uhr zuhause sein", erzählte Honorarkraft Alina Djuric. "Sie wissen nicht, wohin sie zwischen 20 und 22 Uhr gehen sollen. Deshalb haben sie um 20 Uhr noch zwei Billardspiele offen. Sie fragen dann, ob sie noch eine Viertelstunde bleiben können. Daraus kann eine halbe Stunde werden. Jüngere Jugendliche wollen direkt nach der Schule kommen, vor allem am Dienstag und am Freitag. Dann haben sie früher Schluss. Sie wissen nicht, was sie bis 16 Uhr machen sollen." Die 19-jährige Kamp-Lintforterin hat den Wandel miterlebt, den das Jugendcafé seit Januar 2017 vollzogen hat, als ihr Vater Milan Djuric die Leitung übernahm.

"Die Jugendlichen haben Respekt vor ihm", berichtet Maren Klüscht vom Vertrauensverhältnis zu dem 53-Jährigen. "Gleichzeitig ist er ein Freund. Man kann mit Milan über alles reden." Die 15-jährige Schülerin kommt seit dem Frühjahr regelmäßig in das Café, das bis Ende 2016 fast nur von männlichen Jugendlichen dominiert worden war. "Viele hatten Angst vor dieser Gruppe und sind nicht gekommen", erinnert sich Anil Cöpcu. Der 20-jährige Auszubildende bekam mit, wie die Jugendlichen dieser Gruppe Anfang 2017 Hausverbot erhielten. "Dann bin ich wieder gekommen, um Freunde zu treffen und Billard zu spielen." Er findet: "Es muss klare Regeln geben." Zu diesen Regeln gehört es, selbst anzupacken. So gestalteten Jugendliche den Hof neu, bauten Möbel, übernahmen Thekendienste. Im Schreiben an den Jugendhilfeausschuss verpflichten sich die Unterzeichner, "sich noch stärker in das Caféleben" einzubringen. "Das Café ist ein Wohlfühlort", sagten Hassan Fallah Barokat (16) und Orhan Dilsiz (19). "Nachmittags sind 50 Jugendliche hier."

Parallel zu den Unterschriften der Jugendlichen hat der SCI Moers, der Träger des Jugendcafés ist, einen Antrag an den Beigeordneten Christoph Müllmann gerichtet, die Sach- und Personalkosten um 20.000 Euro aufzustocken. "Der Bedarf ist da", sagt SCI-Geschäftsführer Frank Liebert.

Der Jugendhilfeausschuss berät am 20. September über den Antrag der Jugendlichen.

Quelle: RP
 
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