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Kamp-Lintfort
Förster warnt vor giftigen Hundeködern

Gefahr für Hunde: Hier werden Giftköder ausgelegt
Gefahr für Hunde: Hier werden Giftköder ausgelegt FOTO: Hans-Peter Reichartz
Kamp-Lintfort. Entlang eines Wegs in der Leucht haben Unbekannte Löcher gegraben und mit Futter präpariert. Ob weitere Köder ausgelegt wurden, ist unbekannt. Die Stadt mahnt Hundehalter zur Vorsicht. Die Polizei ermittelt. Von Josef Pogorzalek

Wer in diesen Tagen mit dem Hund in der Leucht unterwegs ist, sollte das Tier vorsichtshalber an der kurzen Leine führen. Es kann sein, dass dort vergiftete Köder liegen. Mehrere Köder hat Förster Christian Pfeifer im Bereich des Strohwegs gefunden. Pfeifer war von Spaziergängern alarmiert worden. Die Köder lagen rund 30 Zentimeter tief im Erdreich, in Löchern, die offenbar eigens mit einem Spaten ausgehoben wurden. "Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben", sagte gestern der Förster, der vermutete, dass "Hundehasser" am Werk waren.

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Acht bis zehn der präparierten Erdlöcher hat Pfeifer links und rechts des durch ein Feld verlaufenden Wegs, auf einer Strecke von rund 150 Metern, ausgemacht. Bei dem Köder handelte es sich um Hunde-Trockenfutter, das mit zermahlenem, zu kleinen Bällchen geformtem Fleisch versetzt war. "Aus meiner Erfahrung heraus handelt es sich bei solchen Dingen zu 99,9 Prozent um Giftköder", sagte Christian Pfeifer. "Hunde riechen das 30 bis 40 Meter gegen den Wind." Er hat andere Bereiche der Leucht abgesucht, aber nichts Verdächtiges gefunden. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass weitere Köder ausgelegt wurden. Zugewachsene Randbereiche von Wegen seien für Menschen schwer einsehbar, bildeten für Hunde aber kein Hindernis, erst recht, wenn die Tiere Futter wittern.

Auch die Stadt Kamp-Lintfort ermahnte Hundehalter gestern, vorsichtig und wachsam zu sein. "Wir können leider nicht die ganze Leucht durchsuchen, das wäre unverhältnismäßig", bedauerte Dezernent Martin Notthoff. Mitarbeiter des Ordnungsamts hatten die Hundeköder ausgehoben und entsorgt. Näher untersucht wurde das verdächtige Futter nicht. "Das hätte zusätzliche Kosten verursacht", sagte Notthoff

Auch die Polizei wurde eingeschaltet. "Wir gehen davon aus, dass es sich tatsächlich um Giftköder handelt", sagte gestern Daniel Freitag, Pressesprecher der Kreispolizei Wesel. Ein Strafverfahren gegen unbekannt wurde eingeleitet, für Hinweise ist die Polizei dankbar. "Wer weitere Köder findet, sollte uns informieren und möglichst an Ort und Stelle bleiben, bis die Polizei eintrifft."

Immer wieder werden in der Region wirklich oder vermeintlich vergiftete Hundeköder gefunden – das sei, so die Kreispolizei, nicht immer sicher festzustellen, weil die gefundenen Köder oft nicht fachgerecht untersucht werden. Im Mai dieses Jahres erregten Fleischstücke im Repelener Jungbornpark Verdacht, im Februar wurden Giftkörner auf einer Wiese in Kamp-Lintfort gefunden. Im vergangenen Jahr sollen in Rheinberg nicht nur vergiftete, sondern auch mit Rasierklingen versetzte Hundeköder entdeckt worden sein.

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