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Kamp-Lintfort
Kamp-Lintfort setzt aufs Energiesparen

Kamp-Lintfort: Kamp-Lintfort setzt aufs Energiesparen
Günter Neunert (rechts) von der Energieagentur NRW erklärte gestern Energiesparmöglichkeiten. Die Stadt Kamp-Lintfort erarbeitet zurzeit ein Klimaschutzkonzept. Der gestrige Aktionstag war ein Baustein. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Zum gestrigen Aktionstag Energiesparen erhielt Kamp-Lintforts Bürgermeister den Schlüssel für einen elektrischen Nissan Leaf. Wenn der Test erfolgreich ist, will die Stadt ihre Dienstwagenflotte umrüsten. Von Peter Gottschlich

Es ist nicht zu hören und stößt keine Abgase aus. Seit dem gestrigen Energiespartag hat die Stadt ein Elektroauto, einen weißen Nissan Leaf. Bürgermeister Christoph Landscheidt erhielt die Schlüssel von Andreas Allebrod, Geschäftsführer von Drive-Car-Sharing in Solingen. Die Stadt mietet das Elektroauto, das sein Solinger Kennzeichen behält. "Es ist ein Versuchsfahrzeug", berichtete Axel Witzke als Klimaschutzkoordinator der Stadt. "Wir testen es ein halbes Jahr. Dann folgt ein Test mit einem BMW i3. Wenn die Tests gut verlaufen, schaffen wir Elektrofahrzeuge als Dienstfahrzeuge an."

Schließlich steht in Kamp-Lintfort in den nächsten Jahren an, die Flotte der benzinbetriebenen Dienstfahrzeuge zu tauschen, die in die Jahre gekommen ist. Die Wagen werden vor allem für kurze Strecken innerhalb des Stadtgebietes eingesetzt. "Da hat ein Elektroauto seine Stärken", sagt Drive-Car-Sharing-Mitarbeiter Johannes Butz. "Beim Bremsen verwandelt sich der Motor in einen Generator. Er erzeugt Strom und lädt die Batterien wieder auf." Seine Schwächen hat ein Elektrofahrzeug bei weiten Strecken.

"Nach Düsseldorf oder Kleve zu fahren, ist kein Problem", meinte Axel Witzke. Geladen wird der weiße Nissan Leaf über eine normale Steckdose mit 230 Volt. Das dauert mehrere Stunden. An einer Schnellladestation, einem Supercharger, wie sie vor den Stadtwerken steht, dauert es nur eine halbe Stunde, um die Lithium-Ionen-Batterie mit weißer Energie zu "tanken". Idealerweise stammt diese aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel der Sonne. Beim gestrigen Energietag informierte Günter Neunert von der Energie-Agentur NRW an einem Modell, wie eine Photovoltaikanlage Licht in Strom umwandelt. "Wenn man den Strom, den man erzeugt, auch selbst verbraucht, ist eine Photovoltaik immer noch lohnend", sagte er am Energieberatungsmobil, vor dem er das Modell aufgebaut hatte. "Wenn die Sonne scheint und man nur wenig Strom im Haus verbraucht, kann man die Batterie laden." Dabei kann in Gebäuden der Stromverbrauch durch verschiedene Maßnahmen gesenkt werden, die Energieberater Christoph Wissing von den Stadtwerken und Akke Wilmes von der Verbraucherzentrale Düsseldorf im Rathausfoyer vorgestellt wurden. Vor allem die Umwälzpumpe der Heizung zu tauschen, kann sich rechnen. "Neue Pumpen haben keine Lagerverluste mehr", berichtet Akke Wilmes. "Sie sparen bis zu 90 Prozent der Energie. Ein Austausch kann sich nach vier Jahren rechnen." Die Stadt erarbeitet zurzeit ein Klimaschutzkonzept. Der Aktionstag Energiesparen war ein Baustein davon, wie das Klimacafé vor vier Wochen. Nächster Termin für das Klimaschutzkonzept ist der 16. Dezember. Dann lädt das Ingenieurbüro Gertec, das dieses Konzept mit der Stadt erstellt, um 15 Uhr zu einem Workshop Mobilität ein. Daran nehmen unter anderem Vertreter der Niag, des ADAC, des ADFC, der Stadtplanung und der Fraktionen teil. Im Juni 2016 soll das Konzept ausgearbeitet sein, das vor allem Maßnahmen enthält, wie die Stadt in den nächsten Jahren Energie sparen kann.

Quelle: RP
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