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Kamp-Lintfort
Kamp-Lintfort wirbt mit der Bergbautradition

Kamp-Lintfort: Kamp-Lintfort wirbt mit der Bergbautradition
Birgit und Bernhard Kames (Verein Niederrhein), Petra Niemöller (Kulturbüro), Sonja Kadesreuther (Stadtmarketing), Klaus Deuter (Lehrstollen), Bürgermeister Christoph Landscheidt, Wolfram Harryers (Freunde des Geologischen Museums), Helmut Beyer (Fördergemeinschaft) und Kulturdezernent Christoph Müllmann machen sich für die Bergbautradition stark. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Vier Faltblätter erzählen Bergbaugeschichte. Entwickelt wurden sie im Arbeitskreis Bergbautradition, zu dem sich vier Vereine und ein Chor vor zwei Jahren zusammengeschlossen haben. Von Anja Katzke

Das Ziel ist hoch gesteckt: Die Mitglieder des Arbeitskreises möchten langfristig ein eigenes Zentrum für Bergmannstradition in Kamp-Lintfort realisieren. Das kostet aber viel Zeit, Geld, Engagement und Durchhaltevermögen. Bis es soweit ist, wollen sie im Arbeitskreis Ideen entwickeln, wie sie die Bergbautradition in Kamp-Lintfort lebendig halten und auf ihre verschiedenen Initiativen aufmerksam machen können. In einem ersten Schritt ist jetzt die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit gestartet. Der Arbeitskreis, der sich unter Federführung des Kulturbüros zusammengeschlossen hat, hat vier Broschüren entwickelt, die umfassend über die verschiedenen Angebote zur Bergbautradition in der Stadt informieren. Sonja Kadesreuther, Mitarbeiterin im Kamp-Lintforter Stadtmarketing, wird die Broschüren am 20. und 21. Februar den Besuchern auf der Freizeit- und Tourismusmesse in Kalkar präsentieren.

Ein Faltblatt lädt zum Besuch im Haus des Bergmanns ein. Mitten in der Kolonie hat die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition, linker Niederrhein, ein Zechenhäuschen an der Ecke Ebert- und Antonstraße 2006 zu einem Museum umgebaut. Besucher erhalten Einblicke, wie die Bergmannsfamilien in den 1930er Jahren lebten, mit Wohn- und Schlafzimmer, Küche mit Kohleherd und Plumpsklo. In der anderen Haushälfte befindet sich ein Bergbaumuseum, das über die Arbeitswelt der Bergleute informiert. Im Keller ist eine realitätsnahe Gruben-Strecke eingerichtet.

Der zweite Flyer informiert über den Lehrstollen, den die Steigergemeinschaft West mit viel Herzblut auf dem Zechengelände im Bereich der Ausbildung betreut. Dort können Besucher 100 Jahre Bergbautradition hautnah erleben. Unter der Leitung erfahrener Bergleute begeben sie sich unter Tage. Das dritte Faltblatt informiert über die geführten Rundgänge, die der Verein Niederrhein in Kamp-Lintfort bereits seit 2010 durch Alt- und Beamtensiedlung führt. Die Spaziergänger erfahren nicht nur Wissenswertes über die Architektur in der Altsiedlung, die zu den größten in der Region zusammenhängenden Bergarbeitersiedlungen gehört, sondern auch viel Kurioses. So wird zum Beispiel die Frage beantwortet, warum die Straßen in der Altsiedlung alle krumm sind. Der vierte Flyer bündelt zusätzlich alle Kontaktadressen, der zum Arbeitskreis Bergbautradition gehörenden Vereine. Das sind Fördergemeinschaft für Bergmannstradition, Steigergemeinschaft West, Verein Niederrhein, die Chorleitung des ehemaligen Knappengesangsvereins Friedrich Heinrich und die Freunde des Geologischen Museums.

Letztere sind zurzeit heimatlos. Bis vor einigen Jahren befand sich das Geologische Museum, das zu seinen Ausstellungsobjekten Fossilien und Gesteine aus der ehemaligen Zechensammlung zählt, im Schulzentrum an der Moerser Straße. Die Räumlichkeiten wurden dann jedoch von den Schulen benötigt. Seitdem sind die Freunde des Geologischen Museums auf der Suche nach neuen Räumen, die bis zu 400 Quadratmeter groß sein müssten. "Wir stellen uns visionär ein Museum vor, das sowohl pädagogisch als auch touristisch für Besucher interessant ist", sagt Bürgermeister Christoph Landscheidt. Man ist jedoch erst am Anfang. Die Stadt allein könne dies finanzielle nicht stemmen, stehe aber bereits mit dem RVR und der Stiftung Denkmalpflege in Gesprächen.

Die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition hofft, dass sich RAG und ein privater Investor, der Pumpenhaus und Lehrstollen erwerben will, bald einigen. Die Fördergemeinschaft kann ebenso nicht auf Dauer am jetzigen Standort, im Knappenheim, bleiben.

Quelle: RP
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