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Kamp-Lintfort
Kamp-Lintforter helfen Anna-Maria

Kamp-Lintfort: Kamp-Lintforter helfen Anna-Maria
Marianne Olsen (links) mit Pflegedienstmitarbeiterin Svenja Frentzen von "kiddies@home" mit Anna-Maria. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Am 26. Oktober 2014 fiel Anna-Maria Olsen nach einem tragischen Unfall ins Wachkoma. Für ihre Eltern stand fest, dass sie ihre Tochter nach Hause holen und dort pflegen. Das Schicksal der Familie berührt viele Menschen in der Region. Von Anja Katzke

Nie hätte Marianne Olsen mit diesem Zuspruch gerechnet: Das Schicksal ihrer heute zwei Jahre alten Tochter Anna-Maria berührt die Menschen in der Region. Viele wollen der jungen Familie aus dem Niersenbruch helfen. Über die Facebook-Gruppe "Wir sind Kamp-Lintfort" wird zu einer Spendenaktion aufgerufen, eine katholische Kirchengemeinde hat für Anna-Maria ein Spendenkonto eröffnet, in Geschäften sind Spendendosen aufgestellt. "Das hätte ich nicht erwartet", sagt Marianne Olsen. Der 29-Jährigen ist es jedoch viel wichtiger, ihre Tochter bei sich zu Hause zu haben. Vor fast genau vor einem Jahr war die kleine Anna-Maria nach einem Unfall ins Wachkoma gefallen.

Aufgeben ist für Marianne Olsen und ihrem 33-jährigen Mann Sven-Ole keine Option, seitdem die Ärzte an jenem 26. Oktober 2014 nach der Reanimation den Herzschlag des Mädchens wieder feststellten. "Da war für uns eine große Erleichterung. Sie ist unser Kind. Wir tun alles für sie." Die Eltern freuen sich über jede Besserung: Über ein Husten und ein Niesen. Seit einigen Tagen schon kann das Mädchen ein Hohlkreuz machen. "Das ist für uns ein sehr großer Erfolg", sagt die junge Mutter und streichelt dem Kind über das Gesicht. Anna-Maria atmet selbstständig - bis zu sieben Stunden lang. "Wir schließen nur nachts das Beatmungsgerät an."

Und das Mädchen reagiert auf Reize wie Licht und Musik. Deshalb möchte Marianne Olsen der Tochter im neuen Zimmer, das behindertengerecht ausgestattet wird, auch eine Snoozle-Ecke einrichten. "Leider sind viele Dinge, die Anna-Maria gut tun würden, sehr teuer." Die Beschwerungsdecke zum Beispiel, die dem Mädchen ein Gefühl von Geborgenheit geben soll. Geborgenheit bekommt das Mädchen in ihrer Familie. Es hat noch fünf Geschwister: Finn-Ole (7), Lina-Sophie (6), Max-Ole (4), Ben-Ole (3) und Mia-Marleen (1), die auch die Aufmerksamkeit der Eltern fordern.

"Anna-Maria kommuniziert auf ihre Art mit uns. Wir merken, wenn sie etwas stört oder sie zufrieden ist", erzählt Marianne Olsen, die gerne mit all ihren Kindern spazieren geht und gerne mal wieder einen größeren Ausflug unternehmen würde. "Das tut Anna-Maria gut."

Das wäre nicht zu schaffen, ohne die Hilfe des Pflegedienstes "Kiddies@home" aus Mönchengladbach, der die Eltern mit vier Kräften und 200 Stunden im Monat unterstützt. Das Haus, in dem die Familie zur Miete lebt, muss umgebaut werden, eine neue Treppe und ein Treppenlift werden bald benötigt. Die Arbeiten sind in den Zimmern im vollen Gange, und auch hier gab es Unterstützung für die Familie bei der Einrichtung des behindertengerechten Badezimmers. Aktuell benötigt die Familie auch ein anderes Auto, denn Anna-Maria bekommt einen neuen Rollstuhl, der nicht ins alte Fahrzeug passt. "Sie muss ja eine fast liegende Sitzhaltung einnehmen. Im Moment nutzen wir den Wagen meiner Eltern."

Für Anna-Maria wurde jetzt eine Facebook-Seite eingerichtet. Wer helfen möchte, findet sie unter "Hilfe für Anna-Maria" und kann dort mit den Eltern in Kontakt treten.

Quelle: RP
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