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Kamp-Lintfort
Kamp-Lintforter räumen in der Altsiedlung kräftig auf

Kamp-Lintfort: Kamp-Lintforter räumen in der Altsiedlung kräftig auf
Auch an der Zechenmauer haben die Teilnehmer fleißig Müll gesammelt. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Bis zur Laga 2020 arbeitet das Netzwerk "Altsiedlung blüht bunt" daran, den Stadtteil rund um das Zechengelände zu verschönern. Gestern starteten Kitas, Schulen und Vereine eine Müllsammelaktion. Von Jana Marquardt

Emine Zeybek (47) und Hamiye Güdük (44) warten vor der Moschee an der Ringstraße auf ihren Einsatz. Die braunen Müllsäcke in ihren gelb behandschuhten Händen flattern im Wind. In der Altsiedlung am Zechengelände hat es gerade erst aufgehört zu regnen. Ein Glück für die beiden Frauen vom Kamp-Lintforter Integrations- und Bildungsverein, denn sie wollen in der nächsten Stunde gemeinsam mit sieben Helfern vom Integrations- und Bildungsverein die Ringstraße, die Barbarastraße und die Nebenstraßen vom achtlos hingeworfenen Müll befreien.

Songül Er vom Nachbarschaftsnetzwerk "Altsiedlung blüht auf" stellt sich zu Zeybek und Güdük, stimmt mit ihnen den Ablauf ab. "Die Männer gehen erst einmal Richtung Barbarastraße, wir Richtung Kreisverkehr. Dann kommen die Nebenstraßen", erklärt sie. Zeybek nickt. Die 47-jährige dreifache Mutter lebt mit ihrer Familie an der Ringstraße und findet es gut, dass sich das Nachbarschaftsnetzwerk dafür einsetzt, ihre Wohnsiedlung attraktiver zu gestalten. "Hier ist es schön, aber es kann noch einiges gemacht werden. Was ich nicht gut finde, ist, dass viele Leute den Kot ihrer Hunde an der Zechenmauer nicht wegmachen. Und Müll stört mich sowieso. Wenn viele Menschen zur Landesgartenschau hierher kommen, wollen sie sowas doch nicht sehen." Güdük nickt. "Wir von der Moschee waren froh, als der Vorschlag kam. Das ist eine gute Sache", sagt sie und hebt mit einer Grillzange ein Eispapier vom Bürgersteig auf.

Derweil stehen Behnaaz Jansen, Dieter Hamelmann und Heike Wirtz von "Altsiedlung blüht auf" auf dem Marktplatz, die Kapuzen zum Schutz vor dem starken Wind ins Gesicht gezogen, und sprechen über die weitere Planung. Jansen ist Sprecherin des Netzwerkes und hat die Müllsammelaktion koordiniert. Fünf Kitas aus dem Stadtteil, die Ebert- und die Europaschule, vier Moschee- und zwei Kulturvereine an der Franzstraße sowie die Neuapostolische Kirchengemeinde, eine Gruppe von Flüchtlingen und viele Bürger machen mit. "Wenn alle, die zugesagt haben, auch teilnehmen, sind das etwa 500 Menschen. Allerdings spielt das Wetter ja nicht so mit, deswegen könnten es am Ende weniger sein", sagt Jansen. Hamelmann, Sprecher des Netzwerkes, lobt das Engagement der Stadteilbewohner: "Es ist toll, dass so viele mithelfen. Wir wollen diese Aktion mindestens einmal jährlich starten und hoffen darauf, dass die Beteiligung weiterhin so rege ist."

Unterstützt wird "Altsiedlung blüht auf" vom Förderverein der Landesgartenschau und der Stadt, die Handschuhe und Müllsäcke gespendet hat und den Müll an den Sammelstellen abholt. "Wenn die Aktion erfolgreich bewältigt ist, gibt es noch ein gemeinsames Grillen", kündigt Jansen an. "Da können sich die Helfer stärken und austauschen. Auch das ist ein Ziel: die Kamp-Lintforter zusammenbringen."

Zeybek und Güdük werden später auch dazustoßen. "In der Gruppe hat das Müllaufsammeln Spaß gemacht", finden sie. "Unser Verein ist ja sowieso schon wie eine Familie."

Quelle: RP
 
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