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Kamp-Lintfort
Kamp-Lintforter schreibt Rockoper

Kamp-Lintfort: Kamp-Lintforter schreibt Rockoper
Janos Krusenbaum lernte mit neun Jahren das Gitarrespielen. 2012 brachte er seine erste Scheibe heraus. FOTO: kdi
Kamp-Lintfort. Janos Krusenbaum hat mit seiner Band "Seeking Raven" ein neues Album mit einer Rockoper auf den Markt gebracht. Der Student geht mit seiner Band demnächst auf Tournee durch Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Von Peter Gottschlich

Schon im ersten Song, der "Road to the City" heißt, wechseln Rhythmus und Stil. Das ist im zweiten nicht anders, der sich Requiem nennt. "Jeder Song klingt anders", sagt Janos Krusenbaum mit Blick auf seine zweite Scheibe "The Ending Collage", die er mit seiner Band "Seeking Raven" einspielte und im Grammatikoff am Dellplatz in Duisburg vorstellte. "Das ist kein Mainstream, auch wenn sich einzelne Songs fürs Radio eignen, zum Beispiel Requiem."

Vielmehr ist diese Musik etwas für die Fans des Progressive-Rock, die einen individuellen Rocksound lieben, der sich nur schwer in ein gängiges Genre pressen lässt. In den früheren 70er Jahren hatte dieser Sound, der zum Beispiel von Genesis gespielt wurde, einige Freunde. "Die Fans gehörten einer kleinen Szene an", erzählt der 26-jährige Songschreiber und Musiker. "Das ist heute nicht anders." Dabei ist er in dieser kleinen Szene nicht unbekannt. Schließlich brachte der Kamp-Lintforter, der heute in Duisburg lebt, 2012 seine Scheibe "Lonely Art" heraus, die Fans dieser Szene sogar in den USA über das Internet herunterluden, zum Beispiel James Strickler aus Denver in Colorado.

"Mit zwei Jahren habe ich mich ans Klavier meiner Großmutter gesetzt und das erste Mal auf die Tasten gehauen", blickt Janos Krusenbaum zurück. "Mit fünf Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen, mit neun Gitarre und mit zehn Schlagzeug. Da war es klar, dass Musik mein Leben sein würde. Um die Freude an der Musik nicht zu verlieren, habe ich nicht Musik studiert, obwohl ich die Aufnahmeprüfung bei der Folkwang Musikhochschule in Essen und der Musikhochschule in Köln bestanden habe. Meine erste Scheibe habe ich in meinem kleinen Studio eingespielt, das im Keller meines Elternhauses liegt. James Strickler hat sie mit mir remastert."

Auf das professionell eingespielte Album "Lonely Art" wurde das Label "W.A.R. Productions" aus Linz in Oberösterreich aufmerksam. Es nahm den jungen Mann unter Vertrag genommen, um an seinem zweiten Album zu arbeiten. "Ich wache nachts auf und diktiere Musik und Texte", berichtet der Student, der in Essen für die Fächer Germanistik und Philosophie eingeschrieben ist, über seine kreative Phase."

Dabei bilden die 14 Stücke seines neuen Albums eine Einheit, obwohl sie auch einzeln gehört werden können, wie die Rockopern der 70er Jahre, beispielsweise "Pictures at an Exhibition" der Gruppe "Emerson, Lake and Palmer". Sie drehen sich um Tod und Leben. "Etwas Altes muss untergehen, damit etwas Neues entstehen kann", sagt der Germanistik- und Philosophiestudent.

Deshalb können die Fans seiner Musik den Titel "The Ending Collage", nicht nur als endende Collagen deuten, sondern auch als beginnende. "Ich finde es schön, wenn die Interpretation offen ist", sagt der Musiker. So wählte er auch den Namen seiner neuen Band "Seeking Raven" hintersinnig aus, weil ein suchender Rabe gleichzeitig intelligent und hinterlistig sein kann. Dieser gehören neben ihm Jan Jerig (25) aus Bochum und Martin Zang (31) aus Wuppertal an, die Bass und Schlagzeug spielen sowie die zweite Stimme singen. Mit ihnen ist der Gitarrist, Pianist und Sänger bis November in Deutschland, den Niederlanden und in Österreich auf Tour, zum Beispiel in Essen, in Sittard oder in Linz. "Es ist extrem harte Arbeit, von Kunst leben zu können", blickt er auf die nächsten zehn Konzerte der Tour. "Ich investiere Energie, Zeit und Geld. Langfristig wird sich das auszahlen, obwohl das Musikbusiness schwierig geworden ist."

Quelle: RP
 
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