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Kamp-Lintfort
Kamp-Lintforter unterwegs zum Weltjugendtag

Kamp-Lintfort: Kamp-Lintforter unterwegs zum Weltjugendtag
Die Gruppe aus Kamp-Lintfort mit einigen Gastgebern beim Besuch des Senders Gleiwitz. FOTO: Mathias Horn
Kamp-Lintfort. Eine Gruppe aus der Gemeinde St. Josef nimmt an den Treffen junger Katholiken aus aller Welt in Krakau teil. In den Tagen vorher leben die Kamp-Lintforter bei Gastfamilien im oberschlesischen Poniszowice. Von Josef Pogorzalek

/ Poniszowice Ausgefüllte Tage verleben die Weltjugendtagsfahrer aus Kamp-Lintfort. Am Dienstag sind sie in aller Frühe mit dem Bus zunächst Richtung Dresden aufgebrochen, wo sie die Stadt besichtigt und eine Andacht in der Frauenkirche gefeiert haben. Über Breslau ging es dann weiter ins Oberschlesische Poniszowice (Muldenau). Dort verbringen die Niederrheiner die "Tage der Begegnung", die dem eigentlichen Weltjugendtag in Krakau vorgeschaltet sind. Ihr Gastgeber ist die Pfarrgemeinde der Geburt Johannes des Täufers und der Gottesmutter von Tschenstochau, sie wohnen in Familien. "Es ist eine ländliche Gegend, die Höfe halten Schweine und Hühner. Zum Frühstück gibt es frisches Rührei", berichtet Mathias Horn am Telefon. Der 21-Jährige begleitet die Gruppe, in der die Jüngsten 15 Jahre alt sind, zusammen mit Diakon Werner Hüning. Die Aufnahme durch die Menschen in Poniszowice hat die Kamp-Lintforter überwältigt. "Sie sind ganz herzlich - toll!"

16 Köpfe umfasst die Gruppe aus Kamp-Lintfort. Für zwei Tage ist aber noch einer dazugestoßen: Tobias Bausch, der seit vier Wochen aus Kamp-Lintfort - ebenfalls aus der Gemeinde St. Josef - mit dem Fahrrad zum Weltjugendtag unterwegs ist (wir berichteten). Bausch hat seine ursprünglich geplante Route geändert, um die Kamp-Lintforter in Poniszowice zu sehen. Eigentlich sollte es erst in Krakau zum Treffen kommen. "Es war eine große Überraschung, als er uns plötzlich entgegenkam und mit dem Hut winkte", berichtet Mathias Horn.

Die Kamp-Lintforter absolvieren ein strammes Programm. Am Donnerstag haben sie ein Bergwerk in Hindenburg (Zabrze) besichtigt und dann den alten Sender Gleiwitz besucht. Er erlangte historische Berühmtheit: Im August 1939 fingierte die SS einen polnischen Angriff auf den Sender. Der angebliche Überfall diente Hitler als Rechtfertigung für den Polen-Feldzug und den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Ein ebenfalls zunächst geplanter Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz wird vermutlich ausfallen müssen. "Alle Weltjugendtags-Gruppen wollen das Lager sehen", sagt Horn. Die Termine für Führungen seien ausgebucht. Aber auch so gibt es genug zu unternehmen. In den nächsten Tagen wollen die Kamp-Lintforter zum Wallfahrtsorte Sankt Annaberg bei Strzelce und vielleicht auch Tschenstochau mit dem berühmten Bildnis der "Schwarzen Madonna" besuchen. Auch eine Schlossbesichtigung, ein Rundgang durch eine Glockengießerei sowie eine Fahrt nach Beuthen (Bytom) steht auf dem Programm. Und jeden Tag wird gemeinsam mit den polnischen Gastgebern eine Messe gefeiert - am Donnerstag in einer alten Holzkirche mit schönen Wandmalereien in Zernitz (Zernica). "Von den Eindrücken her ist es gigantisch", fasst Mathias Horn die letzten Tage zusammen. "Wir genießen die Zeit."

Am Dienstag fahren die Kamp-Lintforter weiter nach Krakau, wo die Jugend der Welt sich dann bis Ende des Monats trifft. Höhepunkt des Weltjugendtags wird eine Messe mit Papst Franziskus sein. Die jungen Leute freuen sich auf die Begegnungen mit Gruppen aus anderen Ländern. Sie sind schon zur "Copa Catolica" angemeldet, einem Fußballturnier mit Teams aus Brasilien, Australien, den USA und vielen anderen Nationen. "Es ist wie eine Weltmeisterschaft", sagt Mathias Horn. Nur stehe der Spaß im Vordergrund. Und was gibt's zu gewinnen? "Ruhm und Ehre!"

Die Kamp-Lintforter berichten im Internet über ihre auf der Internetseite der Gemeinde, www.st-josef-kamp-lintfort.de Auch drei Messdiener aus St. Ludger Kapellen fahren mit den Betreuerinnen Martina Müsch und Nicole Gottlieb-Nilius zum Weltjugendtag. Sie haben sich Jugendlichen aus Homberg-Hochheide angeschlossen und verleben einige Tage in Breslau, bevor sie nach Krakau weiterfahren.

Quelle: RP
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