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Kamp-Lintfort
Kinder machen Musik

Kamp-Lintfort. Nächste Woche startet das zehnte Kinder- und Jugendmusikfest Kloster Kamp in Kamp-Lintfort, Moers und Neukirchen-Vluyn. Das Festival bringt vom 6. bis zum 13. März mehrere 100 Kinder und Jugendliche mit der Musik in Verbindung. Von Anja Katzke

Die 150 Dritt- und Viertklässler der Kamp-Lintforter Ernst-Reuter-Schule proben seit Wochen eifrig die Lieder, die Jörg Lengersdorf und Kai Schumacher getextet und komponiert haben. Die Musiker haben eigens zum zehnjährigen Bestehen des Kinder- und Jugendmusikfestivals ein Musical entwickelt: "Letzter Halt: Horrorwald." Am Montag treffen die Mädchen und Jungen zum ersten Mal die beiden Musikprofis und werden mit ihnen eine Woche lang an dem Musical arbeiten. Die Aufführung wird vor großem Publikum am Sonntag, 16. März, 11 Uhr, in der Kamp-Lintforter Stadthalle stattfinden. Einige der Kinder werden in dieser Woche vielleicht ein bislang ungeahntes Talent entdecken, andere ihre Berührungsängste vor der Musik überwinden. Eines nehmen die Kinder bestimmt mit: ein großartiges Musikerlebnis, das sie gemeinsam auf die Beine gestellt haben.

Und das ist seit zehn Jahren das Ziel des Kinder- und Jugendmusikfestivals, das pädagogische Musikprojekt das Kammermusikfest Kloster Kamp. Das groß angelegte Projekt, das die kulturelle Bildung forciert, findet vom 6. bis zum 16. März wieder in drei Städten, zwei Schulen und zwölf Kindertagesstätten statt. Es umfasst drei spannende Projekte für unterschiedliche Altersklassen: Der Musikpädagoge Uli Bär geht am Mittwoch, 16. März, mit rund 200 Vorschulkindern der Moerser Kindertagesstätten auf eine musikalische Weltreise. In dem einstündigen Programm wird von einer swingenden Karawane über die Kontinente erzählt. Die Kinder begegnen fernen Kulturen und tauchen in exotische Klangwelten ein. Im vergangenen Dezember fand für die Erzieherinnen der Kindertagesstätten ein Einführungsseminar statt.

Wieder an der Haarbeck-Hauptschule in Neukirchen-Vluyn ist das Projekt "Musical@School" der Hamburger Stahlberg-Stiftung zu Gast. Vier Dozenten dieser Stiftung werden mit Schülern der Jahrgangsstufen sieben und acht das Musical "Reset" einstudieren. "Dieses Musical greift die Themen der Jugendlichen auf. Es geht um die Digitalisierung", sagt Schulleiter Norbert Henn. Das Musical handelt von zwei jugendlichen Gruppen, die von einem bösartigen Virus in die virtuelle Zwischenablage eines Computers entführt werden.

Die Schüler proben in der Projektwoche wie die Profis. Sie lernen singen, schauspielern und tanzen. Die Story ist mit Rap und Hip-Hop unterlegt und bietet den Jugendlichen viele actionreiche Tanzeinlagen. Und damit die Aufführung in der Kulturhalle in Neukirchen-Vluyn ein voller Erfolg wird, hat Organisatorin Jeannette von der Leyen im Technikprojekt der Moerser Anne-Frank-Gesamtschule Unterstützung gefunden. "Die Jugendlichen sind vom Unterricht befreit und werden die anspruchsvolle Licht- und Tontechnik in die Kulturhalle bringen."

Das Singspiel, das Jörg Lengersdorf und Kai Schumacher für die Ernst-Reuter-Schule komponiert haben, erzählt auch ein kleines Abenteuer: Ernsti und Ernestine gehen zum ersten Mal auf Klassenreise. Als die Fahrt losgeht, ist die Klassenlehrerin verschwunden, und der Busfahrer setzt die Kinder mitten in einem Wald aus. Dort begegnen sie einer Hexe. Um frei zu kommen, müssen sie ihren Namen erraten. Am Ende stellt sich heraus, dass es nur ein Alptraum war.

Das Kinder- und Jugendmusikfest Kloster Kamp finanziert sich nicht aus öffentlichen Mitteln. Die Veranstalter haben mit der Volksbank Niederrhein, den Stadtwerke Kamp-Lintfort und der Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn starke Partner an der Seite. Einen Großteil der Kosten wird aber durch den Förderverein Grancino getragen. Er hat 77 Mitglieder. Die Veranstalter verzichten sowohl auf Teilnahmegebühren als auch auf Eintrittsgelder zu den Veranstaltungen im Rahmen des Kinder- und Jugendfestivals.

Quelle: RP
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