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Kamp-Lintfort
Kinder spielen bei Familienfest zusammen

Kamp-Lintfort: Kinder spielen bei Familienfest zusammen
200 Kinder kamen beim ersten Kinder- und Familienfest der Gemeinde St. Josef voll auf ihre Kosten und konnten sich kennenlernen. FOTO: CHRISTOPH REICHWEIN
Kamp-Lintfort. 300 Menschen besuchen das erste Kinder- und Familienfest der Pfarrgemeinde St. Josef, darunter viele Flüchtlingskinder. Begegnung und Kennenlernen als Idee des Fests. Im nächsten Jahr zweite Auflage. Von Peter Gottschlich

Auf dem Karussell drehten sich alle, Kinder aus Afrika und dem Balkan, aus Syrien und Deutschland. Selbst wenn sie unterschiedliche Sprachen sprachen, hatten alle den gemeinsam Wunsch, ihre Köpfe und Körper schleudern zu lassen. "Sie lassen sich ganz aufeinander ein", freute sich Pastoralreferent Thomas. Er hatte das erste bunte Kinder- und Familienfest federführend organisiert, zu dem die Pfarrgemeinde St. Josef am Samstag eingeladen hatte. Bei Sonnenschein kamen 100 Erwachsenen und 200 Kinder, jeweils rund die Hälfte davon Personen, die noch nicht lange in Deutschland leben.

Die Idee, zwischen Kirche, Kindergarten und Josef-Jeurgens-Haus zu einem bunten Kinde- und Familienfest einzuladen, hatte der Jugendausschuss der Gemeinde gehabt. Das war im November 2014 gewesen. Schließlich besteht ein enger Kontakt zwischen der Pfarrgemeinde und den Neuankömmlingen. "Die meisten Flüchtlinge wohnen in unserem Sozialraum", sagte am Samstag Susanne Schüren als Leiterin des Kindergartens St. Josef. "Unsere Kita ist fußläufig von der Flüchtlingsunterkunft an der Friedrichstraße und den Bunten Riesen zu erreichen. Kinder von vier Flüchtlingsfamilien besuchen unsere Einrichtung." Die neuangekommenen Kinder begegnen und spielen im Kindergarten mit Kindern, deren Eltern schon "immer" in Deutschland wohnen.

Das war auch die Idee, die hinter dem bunten Fest stand. "Die verschiedenen Menschen sollen sich begegnen", erklärte Thomas Riedel. Da die wenigsten Neuankömmlinge Deutsch sprechen, gingen Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe "Welcome" in die Unterkunft, die Bunten Riesen und die Wohnungen im Stadtgebiet. Neben den Einzelflüchtlingen leben dort Familien, mit insgesamt rund 100 Kindern. "Die Ehrenamtlichen haben sie direkt auf das Fest hingewiesen", berichtete Thomas Riedel.

Das Konzept des Begegnungsfests war auf die Neuankömmlinge abgestimmt. Die Bruderschaft St. Bernhardus lud zum Karussellfahren, Eierlaufen oder Naschbaumklettern ein. Die "Kleine Offene Tür" Gestfeld bot unter anderem Dosenwerfen und Kinderschminken an. Dazu gab es Kaffee und Kuchen von der Frauengemeinschaft zu familienfreundlichen Preisen.

Im Garten des Kindergartens konnten die Kinder Roller fahren oder auf eine Torwand schießen. Die Eltern konnten Kinderkleidung und Spielzeug kaufen. Die Preise lagen zwischen 10 Cent, etwa für ein T-Shirt, und einem Euro für einen Schultornister. "So haben die Dinge auch einen Wert", sagte Susanne Schüren. "sie sind gestiftet. Wir könnten sie auch verschenken."

Gute drei Stunden dauerte das erste bunte Kinder- und Familienfest. "Gibt es nächste Woche wieder ein Fest", wollte eine Besucherin am Ende auf Englisch wissen. "Nein", bekam sie zur Antwort. Aber nach der erfolgreichen Premiere soll es eine Wiederholung geben, allerdings erst im nächsten September. "Hoffentlich haben wir dann so viel Glück mit dem Wetter wie diesmal", meinte Thomas Riedel.

Quelle: RP
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