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Kamp-Lintfort
Knatsch wegen der Hundewiese

Kamp-Lintfort: Knatsch wegen der Hundewiese
Auf der Wiese stehen bereits Stühle und eine Bank – darauf haben es sich diese drei Hundehalter bequem gemacht. FOTO: Arnulf Stoffel
Kampf. Die alte Liegewiese am Pappelsee ist ein beliebter Treffpunkt für Hundebesitzer geworden. Kein Wunder: Dort können die Vierbeiner noch frei herumlaufen. Die Stadt duldet die inoffizielle Nutzung ihres Grundstücks als "Hundewiese". Nachdem sich jedoch vermehrt Anwohner beschwert hatten, reagierte das Ordnungsamt auf eher ungewöhnliche Art und Weise. Von Anja Katzke

Wie Martin Notthoff, zuständiger Dezernent, am Montag auf RP-Anfrage bestätigte, schrieb die Stadtverwaltung einen ihr bekannten Hundehalter und Nutzer der Wiese an und wies ihn an, dafür zu sorgen, dass die Wiese nur noch von 8 bis 18 Uhr zugänglich ist. Dieser befestigte das städtische Schreiben kurzerhand am Gittertor zur Hundewiese. "Ich weiß gar nicht, wie die sich das vorstellen", sagt Robert Buchenhofer, der der Adressat der städtischen E-Mail war. "Soll ich mich von abends, 18 Uhr, bis morgens, 8 Uhr, vor das Gitter stellen. Ich gebe bestimmt nicht den Ordnungshüter." Er kümmere sich dort nur mit einer kleinen Gruppe um die Wiese, um sie sauber zu halten.

Das Vorgehen der Stadt stößt aber auch auf deutlichere Kritik: "Es wird eine Privatperson aufgefordert, sich um die Öffnungszeiten der Hundewiese zu kümmern, und mit Ordnungsmaßnahmen beauftragt", teilt Anwohner Peter Ritter mit. "Was macht die Person, wenn um 18.03 Uhr ein Mann mit Hund unbedingt auf das Gelände will. Wer hat dann das Hausrecht?", fragt Ritter provokativ und glaubt, den Hintergrund zu kennen: "Richtig ist, dass sich die Stadt darum drückt, das Gelände als Hundewiese zu deklarieren."

Martin Notthoff, zuständiger Dezernent, lässt die Kritik an der Vorgehensweise des Ordnungsamts nicht gelten. Bei der Wiese handele es sich um ein städtisches Grundstück, das sich nicht im öffentlichen Raum befinde und komplett eingezäunt sei. "Wir dulden die Hundewiese und lassen die Nutzung zu", erklärte Notthoff. Nachdem sich Anwohner aber über die Lautstärke beschwert hätten, habe man reagieren müssen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts hätten sich an einen Ansprechpartner gewendet, der aus der Arbeitsgemeinschaft Pappelsee bekannt sei, die im Rahmen der Bewerbung um die Landesgartenschau entstanden sei. So habe man lediglich die geringste Eskalationsstufe gewählt. Ziel des Schreibens sei es, dass sich die Hundebesitzer vor Ort selbst organisieren.

Die Stadt Kamp-Lintfort beabsichtigt nicht, die Hundewiese zu legalisieren. Notthoff begründet dies mit zu hohen Kosten, die damit verbunden seien: "Wir müssten Personal beschäftigen, das den Zugang regelt."

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