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Kamp-Lintfort
Konsulat von Mali ist seit 20 Jahren in Lintfort

Kamp-Lintfort. Anfang 1998 wurde Bernd Schulz Konsul der Republik in Mali. Er legte das Konsulat nach Kamp-Lintfort - und damit als erstes außerhalb von Düsseldorf. Zum Geburtstag eröffnet er eine Sonderausstellung. Von Peter Gottschlich

In Berlin haben die großen Länder der Welt ihre Botschaften. Ihre Außenstellen, die Konsulate, öffnen sie meistens in den großen Handelsstädten. "Sie liegen vor allem in Hamburg und Düsseldorf, Frankfurt und Frankfurt", erzählt Bernd Schulz. "Eine Ausnahme ist Kamp-Lintfort. Das Konsulat der Republik Mali war das erste außerhalb der Landeshauptstadt Düsseldorf. Es ist das einzige Konsulat in den Kreisen Wesel und Kleve."

Anfang 1998 wurde er Konsul dieses Konsulates, das am Dachsberger Weg liegt und eine Außenstelle in der Galerie Bernd Schulz an der Oststraße hat. Dort feiert das Konsulat seinen 20. Geburtstag mit einer Sonderausstellung, die am 25. Februar um 16 Uhr von Bürgermeister Christoph Landscheidt eröffnet wird. Sie trägt den Namen "Alte afrikanische Kunst". Zu sehen sind 200 Objekte, vor allem Masken und Skulpturen aus den westafrikanischen Ländern Mali, Elfenbeinküste und Gabun.

Zu diesen Ländern, besonders zu Mali, hat Bernd Schulz eine besondere Beziehung aufgebaut. "Anfang 1965 war ich das erste Mal dort", erzählt der 73-jährige Kamp-Lintforter, der in Berlin geboren wurde und seit viereinhalb Jahrzehnten am Niederrhein lebt. "Das Land war fünf Jahre unabhängig von Frankreich gewesen. Ich habe Mudibo Keita persönlich kennengelernt, den ersten frei gewählten Präsidenten. Wir sind Freunde geworden."

Er blieb mit ihm in Kontakt, als dieser Präsident im November 1968 von Moussa Traoré abgesetzt wurde. Dieser Putschist und Diktator wurde wiederum 1991 gestürzt. Im Frühjahr 1992 gab es in Mali erneut freie Wahlen, nach denen das Land seine Beziehungen zu den europäischen Staaten ausbaute. So eröffnete es neue Botschaften und Konsulate, wie das von Bernd Schulz Anfang 1998, der seine Beziehungen zu Mali nach diesen freien Wahlen wieder vertiefte. "Es ist das einzige Konsulat der Republik Mali in Nordrhein-Westfalen", berichtet der Konsul. "Die Botschaft der Republik Mali liegt am Kurfürstendamm in Berlin."

Von dort kommt voraussichtlich niemand zur Geburtstagsfeier nach Kamp-Lintfort, obwohl Botschafter Toumani Djimé Diallo sonst bei jeder zweiten Ausstellungseröffnung in die Hochschulstadt am Niederrhein reist und den Konsul mehrfach im Jahr besucht. Aber er wechselt gerade als Botschafter von Berlin nach Paris, der größten Botschaft Malis. Hat das westafrikanische Land mit 18 Millionen Einwohnern, das bis 1960 zum französischen Sudan gehörte, doch enge wirtschaftliche und kulturelle Kontakte zu Frankreich, wie die Währung CFA-Franc zeigt, die früher an den französischen Franc und seit Anfang 2002 an den Euro gebunden ist.

Auch zu Deutschland sind die Verbindungen dieses Landes eng, das mit seinen Farben Grün für die waldreichen Gebiete im Süden, Gelb für die Sahara im Norden und Rot für das gemeinsame Blut einmal eine deutsche Koalition symbolisieren könnte. "1000 Ausbilder der Bundeswehr bilden Soldaten in Mali aus", berichtet der Konsul aus Kamp-Lintfort. "Diese Soldaten kämpfen gegen Soldaten der Tuaregs, die seit 2012 versuchen, den nördlichen Teil des Landes, der Teil der Sahara ist, zu erobern. Es geht auch um wirtschaftliche Interessen, weil dort Uran gefunden wurde."

Neben Mali ist er seit zehn Jahren Konsul für die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Er stellte zum Beispiel Visa für Deutsche aus, die nach Mali reisen. Darüber hinaus leitet er gerichtliche Schreiben an Staatsangehörige dieser Länder in Deutschland weiter, in denen es nicht selten um familiäre Dinge geht, wie Unterhaltszahlungen für Frauen und Kinder. "Es ist ein Ehrenamt", erzählt er. "Nur für die Ausstellung eines Visums bekomme ich ein kleines Honorar."

Er will dieses Ehrenamt noch so lange ausüben, wie er kann, um es dann in die Hände seines 52-jährigen Sohnes Thomas Schulz zu legen, der Geschäftsführer der Moerser Spedition Rinnen ist. "Dann würde das Konsulat in Kamp-Lintfort bleiben", blickt er zum runden Geburtstag in die Zukunft.

Quelle: RP
 
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