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Kamp-Lintfort
Landesgartenschau: So geht es weiter

Kamp-Lintfort bereitet sich auf Landesgartenschau vor
Kamp-Lintfort bereitet sich auf Landesgartenschau vor FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Kamp-Lintfort. Eine GmbH soll die Geschäfte führen und in einem ersten Schritt Fördergelder sichern. 2016 folgt ein Wettbewerb für Landschaftsarchitekten, bevor 2017/18 die ersten Pavillons gebaut und Blumen gepflanzt werden können. Von Josef Pogorzalek

Im Informationsfaltblatt der Stadt über die Landesgartenschau gibt es eine kleine "Chronologie der Ereignisse". Sie beginnt 2008 mit der Idee, die Laga in Kamp-Lintfort auszurichten, und endet mit dem Ausblick für 2016. "Viel zu tun!", lautet dieser. Über mangelnde Arbeit konnte sich das Team rund um Andreas Iland, Wirtschaftsförderer und Laga-Projektleiter im Rathaus, allerdings schon in den vergangenen Monaten nicht beschweren. Nach der langen Zeit des Pläneschmiedens und Hoffens geht es jetzt daran, die Landesgartenschau bis 2020 auf die Beine zu stellen.

"Bisher gibt es nur einen groben Zeitplan", schilderte Iland gestern im Gespräch mit dem Grafschafter. Jetzt, da feststeht, dass Kamp-Lintfort die Laga bekommt, sei der erste Schritt die Gründung einer GmbH, deren Partner die Stadt und die Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege (LAGL) sein werden. Dazu seien Kommunen, die Gartenschauen durchführen, sogar verpflichtet. "Die LAGL hat uns, wie die anderen Bewerber auch, schon im Bewerbungsverfahren unterstützt", schilderte Iland. "Sie führt seit 1948 Gartenschauen durch und verfügt über entsprechend viel Erfahrung." Üblicherweise stellen Stadt und LAGL je einen Geschäftsführer .

FOTO: Stadt (2), dpa/Stoffel, dpa/weihrauch

"Wir wollen das relativ zügig durchziehen", sagte Iland. "Bis zum Jahresende wollen wir uns über die Strukturen der GmbH im Klaren sein." Bis dahin soll auch die Umwandlung des bisherigen Förderkreises in einen eingetragenen Laga-Förderverein eingestielt sein. Rund 350 Kamp-Lintforter haben sich im Förderkreis für die Bewerbung der Stadt eingesetzt. Der Förderverein soll die Vorbereitungen weiter ideell und auch finanziell unterstützen. "Wir wollen darin das ehrenamtliche Engagement binden." In anderen Städten hätten Vereine zum Beispiel Patenschaften für Grünflächen übernommen. In den Förderverein könnten auch Sponsoren eingebunden werden. "Im Gegensatz zum Förderkreis könnte der Förderverein auch Spendenbescheinigungen ausstellen", sagte Iland.

Stichwort Finanzen: Insgesamt 16 Millionen Euro wird die Stadt in die Laga-Baumaßnahmen investieren. Fünf Millionen Euro hat das Land bereits bei der Zuschlagserteilung zugesagt. Ein möglichst großer Anteil an den verbleibenden elf Millionen soll ebenfalls aus Fördermitteln kommen. "Es wird eine Fördermittelgeber-Konferenz mit den verschiedenen Ressorts der Landesregierung und der Bezirksregierung geben", sagte Iland. Ein Termin stehe allerdings noch nicht fest. Es müsse ausgelotet werden, welche Fördertöpfe für die Laga angezapft werden können. "Das können, je nach Maßnahme, Mittel für Städtebau, Kultur, Sportstätten oder Umwelt sein", so Iland. "Es wird eine Sisyphusarbeit sein, all die Förderanträge zu schreiben." Die Stadt geht von einem Fördersatz von mindestens 65 Prozent aus. Den Rest müsse sie selbst aufbringen. "Wir hoffen natürlich, dass die Förderprogramme besser fassen." Weitere 9,6 Millionen Euro muss die Stadt später für die Durchführung der Laga aufbringen. Diese Ausgaben sollen über die Eintrittsgelder refinanziert werden. "Wir hoffen aber auch da auf Fördermittel und Sponsoren."

Ein wichtiger Baustein des Laga-Fahrplans für 2016 wird ein Wettbewerb für Landschaftarchitekten sein. "Eventuell müssen wir ihn europaweit ausschreiben." Dabei geht es um Vorschläge für die Ausgestaltung der einzelnen Laga-Elemente. Auf dem Zechengelände ist eine Bühne als Hauptveranstaltungsort geplant, ein Erlebnisbauernhof sowie Themengärten und Pavillons sollen entstehen. Die ehemalige Werkstatthalle wird zu einer "Indoor-Blumenschau", am Kloster Kamp werden ein Themengarten angelegt und der Weinberg aufgewertet, am Wandelweg soll eine Brücke die Gorley überspannen. Dies und viel mehr sieht das Konzept vor.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden in Bebauungspläne einfließen, die politisch beraten und beschlossen werden müssen. Andreas Iland rechnet für 2017 mit den fertigen Bebauungsplänen für die Landesgartenschau. "2017/18 geht es dann mit den Baumaßnahmen los", erklärt er weiter. Die größten und meisten Arbeiten werden auf dem ehemaligen Zechengelände erfolgen, das erst 2018 komplett aus dem Bergrecht entlassen wird. "Erst dann haben wir in Gänze darauf Zugriff."

Quelle: RP
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