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Kamp-Lintfort
Landesgartenschau: Förderverein besucht Ex-Laga Mülheim

Kamp-Lintfort. 30 Mitglieder des Fördervereins schauten sich die Stadt an der Ruhr an, die sich durch die Gartenschau 1992 nachhaltig veränderte. Von Peter Gottschlich

Das Thema Nachteiligkeit stand im Mittelpunkt, als 30 Mitglieder des Fördervereins der Landesgartenschau 2020 in Mülheim das Gelände besuchten, auf dem 1992 die Landesgartenschau "MüGa" ausgerichtet worden war. "Wir wollten uns anschauen, was von einer Gartenschau bleibt, wenn sie vorüber ist", sagte Vorsitzender Wolfgang Roth. "Die Laga in Kamp-Lintfort soll nachhaltig sein."

In der Stadt an der Ruhr sind viele Dinge geblieben, obwohl die "MüGa" seit 24 Jahre Geschichte ist. Sie sollte eine Fläche, die zum Teil Industriebrache war, in einen Park verwandeln, ähnlich wie in Kamp-Lintfort. Aus einem Ringlokschuppen, der seit 1944 außer Betrieb war, wurde ein Ort für experimentelles Theater und Kunst. "Davor befand sich ein riesiger Schrottplatz, der heute ein Park ist", berichtete Gästeführer Georg Reinders, der die eine Hälfte der Gruppe führte, wie Beate Fischer die andere. Ein Wasserturm, der die Dampflokomotiven mit kühlem Nass versorgt hatte, verwandelte sich in eine Kulisse, um Hochzeiten oder Firmenjubiläen zu feiern.

Die Mitglieder des Laga-Fördervereins bestiegen über eine Außentreppe den Turm. In dessen Spitze ist eine Camera Obscura eingebaut, die einen Rundumblick bietet, der westlich bis zur Halde Rheinpreußen in Moers reichte. Dabei konnte Museumsleiter Jörg Schmitz weit entfernte Aufschriften mit der Camera Obscura so vergrößern, dass sie lesbar wurden. "18.000 bis 20.000 Besucher kommen im Jahr ins Museum", berichtete er. Beim Rundblick sahen die Kamp-Lintforter einen Teil der 16 Brücken, die für die "MüGa" entstanden sind. Es sind vor allem Brücken für Fußgänger und Fahrradfahrer, die in den 60er und 70er Jahren nicht berücksichtigt worden waren, als Mülheims Straßennetz autogerecht ausgebaut wurde.

"105 Millionen Mark hat Mülheim für die Gartenschau ausgegeben", sagte Grünflächenamtsleiterin Sylvia Waage. "Dabei entspricht eine Mark damals einem Euro heute. Zwei Drittel hat das Land finanziert. Nach der Gartenschau wurde sofort Bepflanzung zurückgebaut. Das meiste blieb erhalten - und ist es heute noch." Der Rückbau sei frühzeitig zu kommunizieren, empfahl sie den Besuchern.

Ihr Stellvertreter Peter Schuhmacher sprach die Folgekosten für Gärtner, Pflanzen und Reparaturen an bei 500.000 Euro im Jahr liegen. Allerdings sei das Gelände in Mülheim mit 70 Hektar doppelt so groß wie das in Kamp-Lintfort. Da außerdem in Kamp-Lintfort nur knapp zehn Millionen Euro investiert würden, dürften die Folgekosten erheblich niedriger sein. "Eine Landesgartenschau ist ein Grundstein für eine nachhaltige Stadtentwicklung", unterstrich Sylvia Waage. "Dabei wollten die Mülheimer 1992 die Gartenschau nicht. Heute gehen sie gerne auf das Gelände."

Quelle: RP
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