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Landesgartenschau
Aus Zeche wird Central Park

Landesgartenschau in Kamp-Lintfort: Aus Zeche wird Central Park
Das Foto des Bergwerkgeländes stammt aus dem Jahr 2015. Die Anlagen im Vordergrund werden abgerissen. Der Förderturm bleibt erhalten. ) FOTO: Klaus Dieker (Archiv
Kamp-Lintfort. Das Berliner Büro BBZL hat den landschaftsplanerischen Wettbewerb für die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort gewonnen. Auf dem Zechengelände entstehen Schauflächen und ein zentraler Platz, der später Mittelpunkt eines neuen Wohnquartiers wird. Von Josef Pogorzalek

Zwei Tage ließ sich die Jury Zeit zum Sichten der Entwürfe und zum Diskutieren. Gestern konnte dann endlich in der Stadthalle der Sieger aus dem landschaftsplanerischen Wettbewerb zur Landesgartenschau präsentiert werden. Es ist das Berliner Büro BBZL. "Die Leitidee dieses Konzepts entwickelt sich aus der stadtprägenden Struktur der Goorley: So werden grüne Loggien am Wandelweg und ein grüner Rücken aus baumbestandenen Flächen östlich der Bahnlinie geschaffen und die vielen verschiedenen Schauflächen mit dem Park- und Wiesenraum sehr gut verzahnt", lautete das Fazit des Preisgerichts, das aus Landschaftsarchitekten, Stadtplanern, Vertretern der Laga-GmbH sowie der Stadt Kamp-Lintfort bestand. Insgesamt 15 Entwürfe waren für den im September ausgeschriebenen Wettbewerb eingegangen. Der Jury waren sie anonym vorgelegt worden. Die Wahl des Siegers erfolgte einstimmig.

Landesgartenschau hilft NRW-Städten

Der Kölner Landschaftsarchitekt Matthias Lill hob gestern als Sprecher der Jury drei Punkte hervor, die am Siegerentwurf besonders gelungen seien: Zum einen die barrierefreien Übergänge zwischen der Altsiedlung in den "Central Park", der auf dem alten Zechengelände entsteht. Zum anderen ein "subtiler" Umgang mit dem Landschaftsbauwerk, das die RAG aufschütten wird. Zum dritten die Planung für Umgebung des Förderturms: Er bleibt, wie andere Zechengebäude, erhalten und wird Mittelpunkt eines großzügig gestalteten Stadtplatzes. Dieser Platz wird später zum Mittelpunkt des auf die Laga folgenden Wohnquartiers. Auch andere Elemente der Laga bleibe dauerhaft erhalten und lockern die später vorgesehene Wohnbebauung auf.

Das umstrittene Landschaftsbauwerk - eine Halde für belastetes Zechenmaterial - begreife sie nicht als Problem, sondern als als Chance, sagte gestern Ulrike Böhm vom Büro BBZL. "Wir können hier eine neue Landschaft modellieren." Das Landschaftsbauwerk werde acht bis neuen Meter hoch und terrassenförmig angelegt.

Gefallen hat der Jury auch die Umsetzung des "Green Fab Lab". Dabei handelt es sich um ein Experimentierfeld zum Themen aus Natur und Umwelt für Studenten der Hochschule Rhein-Waal. Das Gelände wird der Hochschule auf Dauer zur Verfügung stehen. Und auch die BBZL-Ideen für das Gelände am Kloster Kamp überzeugten: Die Berliner wollen im Paradiesgarten zwischen Terrassengarten und altem Garten die strengen historischen Gartenanlagen auf moderne Weise zitieren. Entlang des Wandelwegs zwischen Kloster und zechengelände werden "grüne Stadtloggien" mit eigenen Attraktionen entstehen.

Sowohl Bürgermeister Christoph Landscheidt als auch Vertreter der RAG zeigten sich gestern von den Entwürfen begeistert. "Wir werden ein Gelände, das 100 Jahre lang eingezäunt war, den Bürgern zurückgeben", sagte Landscheidt. Die Abrissarbeiten auf dem Zechengelände haben bereits begonnen. Mitte 2018 sollen die Flächen übergeben werden, dann kann die eigentliche Umsetzung der Laga-Entwürfe beginnen. Alle Beteiligen stimmen darübner überein, dass der Zeitplan ist "sportlich" ist. Die Stadt müsse jetzt möglichst schnell Planungsrecht schaffen, sagte der Beigeordnete Martin Notthoff. Der Bebauungsplan soll so gefasst werden, dass das Gelände unmittlebar nach Abschluss der Laga 2020 als Bauland vermarktet werden kann.

Die Stadt rechnet mit 560.000 Besucher bei der Laga 2020. Die Höhe der Investitionen bezifferte Notthoff gestern auf über 30 Millionen Euro. 80 bis 90 Prozent davon soll das Land beisteuern.

Quelle: RP
 
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