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Kamp-Lintfort
Landesunterkunft bleibt vorerst im "Stand-By-Modus"

Kamp-Lintfort. Laut Stadtverwaltung beabsichtigt die Bezirksregierung, die Notunterkunft bald abzubauen. Die Behörde bestätigt nur den Status Quo. Von Anja Katzke

In die weiße Zeltstadt am Bendsteg werden wohl keine Flüchtlinge einziehen. Christoph Müllmann, Erster Beigeordneter, hatte den Stadtrat am Dienstag darüber informiert, dass die Düsseldorfer Bezirksregierung beabsichtige, die Leichtbauhallen wieder abzubauen. Das bestätigte die Behörde auf Anfrage unserer Zeitung gestern allerdings nicht, sondern beschrieb nur den Status Quo. "Die Notunterkunft wird aufgrund der weiterhin ungewissen Entwicklung der Flüchtlingszahlen und in der Flüchtlingspolitik vorerst im Stand-By-Modus weiterbetrieben", hieß in einer Erklärung. Das Gelände werde gesichert und bewacht, werde vom Land aber nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt.

Wie hoch die bisher entstandenen Kosten sind, konnte die Behörde nicht beziffern. "Eine Aufschlüsselung und Gesamtübersicht der sich aus diesem Modus ergebenden Betriebskosten ist aktuell (noch) nicht möglich, da sich aufgrund der aktuellen Sachlage vielerorts veränderte Rahmenbedingungen für die Betreuungsverbände und Sicherheitsfirmen ergeben haben, die einer vertraglichen Anpassung bedürfen", teilte Sprecher Martin Verrieth mit. Zum Thema leerstehende Landesunterkünfte liegt seit Mitte Juni auch eine Kleine Anfrage der CDU im Düsseldorfer Landtag vor. Die Zeltstadt, die auf dem ehemaligen Zechenparkplatz ab Anfang des Jahres erbaut worden war, war als Notunterkunft des Landes für bis zu 1000 Flüchtlinge gedacht.

Die Eröffnung, die ursprünglich für Anfang Februar geplant war, hatte sich immer wieder hinausgezögert. Mitte März war die Unterkunft der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Auf dem 20.000 Quadratmeter großen Gelände war eine Stadt in der Stadt entstanden. Auch ein Betreiber war gefunden: Die Mitarbeiter des beauftragten Betreuungsverbandes ZOF (Zukunftsorientierte Förderung) sollten den ankommenden Menschen dort zur Seite stehen. Bereits Ende Mai hatte die Bezirksregierung mitgeteilt, dass es in Kamp-Lintfort bis auf Weiteres keine Zuweisung geben werde. Als Begründung wurde die gesamtpolitische Lage und die derzeit rückläufige Zahl der Flüchtlinge genannt.

Die Stadt Kamp-Lintfort, die die Einrichtung einer Landesnotunterkunft auf dem Zechenparkplatz befürwortet hatte, rechnet nun für Oktober mit neuen Zuweisungen von Flüchtlingen, für deren Unterbringung sie zuständig ist.

Quelle: RP
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