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Kamp-Lintfort
Landschaftsbauwerk für alle Altlasten

Kamp-Lintfort. Die RAG Montan Immobilien hat gestern in einer Sondersitzung des Umweltausschusses ihren Sanierungsplan für das Bergwerk West vorgestellt. Sie plant ein Landschaftsbauwerk, unter dem alle Altlasten gesammelt werden. Von Anja Katzke

Die RAG Montan Immobilien bleibt bei ihrem Vorhaben, bei der Sanierung des Zechenareals alle kontaminierten Altlasten unter einem Landschaftsbauwerk zu sammeln. Es soll auf einer Grundfläche von rund vier Hektar im östlichen Bereich des Geländes entstehen. Die Gutachter gehen davon aus, dass etwa 80.000 Kubikmeter Material dorthin verbracht werden. Das geplante Bauwerk wird sieben Meter höher als das übrige Gelände sein. Die RAG Montan Immobilien hat gestern in der Sondersitzung des Umweltausschusses ihren Sanierungsplan für das Ende 2012 stillgelegte Kamp-Lintforter Bergwerk vorgestellt. "Um diesen Standort zu entwickeln, müssen wir unsere Hausaufgaben machen", betonte gestern Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung. Dabei stehe die Frage, wie man mit dem Erbe der industriellen Vergangenheit umgehe, im Fokus. Insbesondere die ehemalige Kokerei sei seit den 1980er Jahren als kontaminierte Fläche identifiziert. Die östlichen Flächen des Zechenareals spielen für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2020 eine wichtige Rolle.

Im Rahmen einer Gefährdungsabschätzung ließ die RAG Montan Immobilien nicht nur eine historische Erkundung durchführen, sondern auch ein Untersuchungskonzept erstellen. Die Gutachter haben insgesamt drei Zonen ausgemacht: einen Rekultivierungsbereich, eine Zone mit nur geringen Schadstoffkonzentrationen sowie eine Zone, in der eine Auskofferung und Aushub notwendig werde. Handlungsbedarf sehen die Gutachter vor allem bei vorgefundenen Grundwasser-Verunreinigungen, insbesondere im Bereich der ehemaligen Kokerei. Dort seien Gefahren gegeben, hieß es. Bernhard Kames, Sprecher der Grünen, zeigte sich davon überrascht, dass im vorgelegten Sanierungsplan offenbar nur über eine hydraulische Sanierung des Grundwassers gesprochen werde. "Keine 30 Meter weiter soll die Wohnbebauung beginnen", erklärte er und sprach sich für Spundwände aus. Otto Sartorius, sachkundiger Bürger der Freien Wähler, wollte wissen, warum es nicht möglich sei, das kontaminierte Material auf eine geordnete Deponie zu bringen. Hans-Peter Noll erläuterte, dass heute versucht werde, die Altlasten-Problematik am jeweiligen Standort zu lösen. "Wir investieren in die Aufbereitung und Entwicklung des Areals und wollen selbst Wohngebäude errichten. Wir wären also selbst betroffen, wenn wir in dieser Frage keine Akzeptanz schaffen würden." Auch Peter Stapper, Sprecher der CDU-Fraktion, erinnerte daran, dass der Rat beschlossen habe, ein solches Landschaftsbauwerk zu verhindern. Kampfmittel, Geruchsemissionen, aber auch Kosten waren in der Sondersitzung Themen. Noll verwies darauf, dass die RAG städtebauliche Vereinbarungen mit der Stadt Kamp-Lintfort schließen wolle. Er ließ auch durchklingen, dass die Stadt je nach Gestaltungswunsch sich an den Kosten auch beteiligen müsste. Hermann Timmerhaus, Projektleiter der RAG Montan Immobilien, informierte über den aktuellen Sachstand: Hochschulparkplatz und Kino-Standort seien bereits aus der Bergaufsicht entlassen. Das Magazin-Gebäude soll im August eröffnet und der Hochschule zur Verfügung stehen.

Quelle: RP
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