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Kamp-Lintfort
Lesung ruft schöne Urlaubserinnerungen wach

Kamp-Lintfort. Beim Vorlesestündchen für demenzkranke Menschen in der Stadtbücherei lauschten 20 Gäste den Geschichten.

Zweimal hat es schon stattgefunden, das vom städtischen "Arbeitskreis Demenz" und dem Verein "LesArt" gemeinsam veranstaltete "Vorlesestündchen" für demenzkranke Menschen in der Kamp-Lintforter Stadtbücherei. Beim ersten Mal, am 13. April, war es um das Thema "Kuscheltiere" gegangen und beim zweiten Mal, am 18. Mai, um "Kaffee und Kuchen".

In beiden Fällen hatten die in der Caritas Tagespflegeeinrichtung St. Paulus im Niersenbruch ehrenamtlich tätigen Helferinnen Monika Kaussen und Antonia Neitzel dafür ein knapp einstündiges Unterhaltungsprogramm aus kleinen Geschichten, Volksliedern und nostalgischen Schlagern zusammengestellt, das sich an den Langzeit-Erinnerungen ihrer kranken Gäste orientiert hatte. Diesmal, beim dritten Termin am Mittwoch lautete das Thema "Urlaub". Eigentlich war die Zahl der Besucher ursprünglich auf nur zwölf festgelegt worden. "Damit es für die kranken Menschen nicht zu hektisch wird", begründete Bibliotheksleiterin Katharina Gebauer die Einschränkung. Doch für diesen Nachmittag hatten sich schon im Vorfeld 21 Gäste angesagt, bei denen es sich allerdings etwa zur Hälfte um Familienangehörige und Helfer aus verschiedenen Einrichtungen handelte.

Das dritte "Vorlesestündchen" begann pünktlich um 15 Uhr. Als Vorleserinnen fungierten wieder Monika Kaussen und Antonia Neitzel. Diesmal hatten sie passend zum Thema "Urlaub" eine Reihe schöner, großer Muschelgehäuse mitgebracht, die sie später zwischen den Geschichten zum Betrachten und Anfassen durch die Sitzreihen gehen ließen.

Die Vorlesegeschichten selber stammten aus der Zeit, als Familienreisen nach Sylt oder gar nach Italien noch etwas ganz Besonderes waren. Jede Geschichte dauerte in der Regel nicht länger als vier bis fünf Minuten, und wenn die Geschichten bebildert waren, gingen die beiden Vorleserinnen damit langsam an ihrer Zuhörerschaft vorbei und ließen sie die Bilder ausgiebig betrachten. So war auf einem zum Beispiel ein alter Kinderwagen aus den 50er Jahre zu sehen, der von vielen mit einem lächelnden Kopfnicken bedacht wurde. Daneben hatte die Leiterin der Caritas-Tagespflegeeinrichtung Petra Steigerwald schon vor Beginn der Lesung eine Anzahl größerer Strand- und anderer Landschaftsfotos für alle gut sichtbar vor den Besuchern auf dem Fußboden verteilt. "Uns ist wichtig, dass wir unsere dementen Zuhörer nicht überfordern, sondern ihnen stattdessen kleine Erfolgserlebnisse verschaffen", erklärte Monika Kaussen vor der Lesung. "Deswegen mischen wir das Ganze immer mit Musik, mit alten Schlagern oder Volksliedern zum Mitsingen."

Das "Vorlesestündchen" für demenzkranke Menschen in der Stadtbücherei ist eine Initiative des städtischen "Arbeitskreises Demenz" und des 2002 zur Förderung der allgemeinen Lesekultur gegründeten Kamp-Lintforter Vereins "LesArt". Die Termine für weitere "Vorlesestündchen" stehen wegen des kommenden Umzugs der Stadtbücherei leider noch nicht fest.

(lang)
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