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Kamp-Lintfort
Lintforterin dominiert Streetball-Szene

Kamp-Lintfort: Lintforterin dominiert Streetball-Szene
Anika Illbruck (links) aus Kamp-Lintfort setzt sich bei einem Turnier in Hamburg gegen drei Gegnerinnen durch. FOTO: Patrick Willner
Kamp-Lintfort. Anika Illbruck reist mit ihrem Streetball-Team "Court Core Squad" quer durch Europa, um an Turnieren teilzunehmen. Mit Erfolg: Aktuell wird sie in der internationalen Rangliste als beste deutsche Spielerin geführt. Die EM 2016 ist das Ziel. Von Markus Plüm

Begonnen hat alles vor 28 Jahren. Da hielt Anika Illbruck im zarten Alter von fünf Jahren zum ersten Mal einen Basketball in ihren Händen. Bei der BG Kamp-Lintfort entdeckte die heute 33-Jährige ihre Liebe zum orangenfarbenen Leder. Nach einigen Jahren in der Halle wollte sie dann aber wie so viele Basketballer in der Sommerpause nicht auf den geliebten Sport verzichten. "Daher kam ich Mitte der 90er-Jahre über meinen Bruder zum Streetball."

Damit bewies sie Pioniergeist, denn zu dieser Zeit wurde Streetball auch in Deutschland populär. Und schnell stellten sich auch beachtliche Erfolge für Illbruck ein. "Bis 2011 habe ich gemeinsam mit meinem Bruder in einem Mixed-Team gespielt. Gemeinsam sind wir unter anderem dreimal Deutscher Meister geworden", berichtet die Kamp-Lintforterin, die als Studienrätin am Berufskolleg des Kreises Kleve in Geldern beschäftigt ist.

Vor vier Jahren hätten sie und ihr Bruder dann neue Herausforderungen gesucht. Seitdem spielen beide in den jeweiligen geschlechtsspezifischen Kategorien mit eigenen Teams. Dadurch entstand im vergangenen Jahr Anika Illbrucks aktuelle Mannschaft "Court Core Squad", bestehend aus einem Stamm von fünf Spielerinnen. "Das Ganze passiert aber um das Lintforter Kollektiv 'Squad Streetball' herum. Wir trainieren zusammen und spielen größtenteils auch die selben Turniere. So ist man immer gemeinsam unterwegs und kann sich auch gegenseitig unterstützen."

Vor wenigen Wochen bildete man zusätzlich eine Spielgemeinschaft mit einem Schweizer Team, um sich bei Personalengpässen gegenseitig aushelfen zu können. Dieser Schritt erwies sich bereits am vergangenen Wochenende als goldrichtig. "Wir hatten uns sowohl für das niederländische Landesfinale in Amsterdam als auch das Deutschland-Finale einer Turnierserie in Berlin qualifiziert. Durch die Kooperation konnten wir glücklicherweise beide Turniere spielen", erläutert Illbruck. Am Samstag steht für die Mädels von "Court Core Squad" nun die nächste Reise in die deutsche Hauptstadt an, denn dort wird das Finale der deutschen "3x3"-Meisterschaft ausgetragen. "Natürlich ist der Titel unser Ziel."

Um dieses Ziel zu erreichen, spulen Illbruck und ihre Mitspielerinnen Jahr für Jahr ein immenses Programm ab. An durchschnittlich zehn Wettbewerben in ganz Europa nehmen sie pro Sommer teil. "Das finanzieren wir alles selbst, auch wenn wir dieses Jahr zum ersten Mal von einem Ausrüster unterstützt werden. Aber insgesamt ist das natürlich nicht günstig, da ja auch Kosten für Anreise, Hotels und Verpflegung entstehen. Pro Team kommen da leicht 4000 Euro zusammen."

Doch dieser ganze Aufwand hat sich für die 33-Jährige auch durchaus schon gelohnt. Denn aktuell wird Illbruck in der offiziellen internationalen Rangliste als beste deutsche Spielerin aufgeführt. Zudem belegen ihre Teamkolleginnen die folgenden Plätze. Darum wurde man 2014 vom Deutschen Basketball Bund sogar als Nationalmannschaft für die Europameisterschaften im lettischen Riga nominiert. "Momentan stehen wir auf den Plätzen eins bis drei dieser Rangliste. Die wollen wir natürlich verteidigen, um auch an den nächsten Europameisterschaften in 2016 teilnehmen zu können."

Quelle: RP
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