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Kamp-Lintfort
Lkw donnern über die Walkenriedstraße

Kamp-Lintfort: Lkw donnern über die Walkenriedstraße
Jürgen Bachmann (links) und Stefano Heitmann kritisieren, dass der zweite und dritte Bauabschnitt des neuen Stadtquartiers Moerser Straße West über die Walkenriedstraße erschlossen wird. Dies sei gerade für die Bewohner des Caritas-Seniorenzentrums St. Josefs eine starke Lärmbelästigung. FOTO: K. Dieker
Kamp-Lintfort. Grüne kritisieren, dass die Straße am Caritas-Seniorenheim St. Josef als Baustraße zur Erschließung des Stadtquartiers Moerser Straße West genutzt wird. Zweite Forderung: Kein städtisches Geld für den Erhalt des Förderturms ausgeben. Von Anja Katzke

Lkw um Lkw biegt von der Moerser Straße in die kleine Walkenriedstraße ein. "Ich bin jetzt seit 25 Minuten hier und habe bereits sechs gezählt", sagt Stefano Heitmann, Vorsitzender der Grünen in Kamp-Lintfort. "Das darf nicht sein." Seit etwa zwei Monaten werden der zweite und dritte Bauabschnitt des neuen Stadtquartiers Moerser Straße West erschlossen - über die Walkenriedstraße. "Auf der rechten Seite befindet sich ein Seniorenheim, auf der linken ein Einkaufszentrum. Die Lkw gehören hier nicht hin", betont auch Fraktionsmitglied Jürgen Bachmann.

Die Grünen monieren bereits seit geraumer Zeit, dass die Baufahrzeuge über die verkehrsberuhigte und schmale Straße zu den Grundstücken im neuen Stadtquartier Moerser Straße West fahren müssen. "Die Walkenriedstraße ist gerade erst neu gebaut, mit Kissen zur Verkehrsberuhigung. Sie ist ganz und gar nicht für einen Schwerlastverkehr ausgelegt", betont Bachmann. Die schweren Fahrzeuge würden dafür sorgen, dass Ausbuchtungen und Rinnen im Straßenbelag entstehen, kritisieren die Grünen. Für sie ist klar, dass am Ende die Wiederherstellung der Straße teurer wird als eine eigens angelegte Baustraße.

Laut Bachmann wäre eine solche Alternative möglich gewesen - und zwar über die Wilhelmstraße. "So würde man die Moerser Straße rückwärtig erreichen", betont der Politiker. Bachmann und Heitmann haben Gespräche mit den Mitarbeitern des dort ansässigen Caritas-Seniorenheims geführt. "Sie beklagen nicht nur die Lärmbelästigung durch die Fahrzeuge, sondern befürchten auch, dass es zu Unfällen kommen wird. Die Lkw fahren teilweise sehr schnell." Andere Anwohner ärgerten sich über den Staub, den die Fahrzeuge aufwirbeln.

Aus Sicht der Grünen besteht großer Handlungsbedarf. "Die Baumaßnahme wird mindestens zwei Jahre dauern, wenn nicht sogar länger." Sie fordern, dass die Situation verändert wird. Ein Dauerbrenner ist für die Grünen auch die Situation an der Saalhoffer Straße, auf die sie bereits vor Jahren hingewiesen haben. "Die Gefahrensituation besonders im Bereich der Grundschule besteht nach wie vor", betont Heitmann. Es sei weder an der Beleuchtung, am Radweg noch an einer Querungshilfe etwas geändert worden. "Auch das erlaubte Tempo an der Saalhoffer Straße wurde noch nicht reduziert. Aus unserer Sicht tickt hier eine Zeitbombe." Die Saalhoffer Straße ist eine Landstraße.

Die Zuständigkeit liegt bei Straßen NRW. "Besonders morgens ist dort ein enorm starker Berufsverkehr zu verzeichnen. Die zuständige Behörde sieht jedoch keinen Grund zu handeln, weil dort bisher keine Unfallhäufung festgestellt wurde", weiß Stefano Heitmann. "Wir können nur auf die Gefahrensituation hinweisen, ansonsten sind uns die Hände gebunden." Heitmann hofft darauf, dass schon bald ein Bundesgesetz in Kraft tritt, dass die Temporeduzierung auf Bundes- und Landstraßen künftig erleichtern soll.

Ein weiteres Thema, das die Grünen bewegt, ist die Diskussion um die Zukunft des Förderturms von Schacht I. Die Gutachten lägen inzwischen in der Stadtverwaltung vor. "Wir haben sie noch nicht erhalten", berichtet Bachmann. "Es kostet allein 1,5 Millionen Euro, um den Turm bis zur Landesgartenschau begehbar zu machen." Die Stadt müsse 140.000 Euro selbst aufbringen. "Wir können uns nicht vorstellen, dass der Erhalt des Turmes kostenneutral gestaltet werden kann." Die Grünen sind dagegen, städtische Gelder in den Unterhalt des Förderturms zu investieren.

"Wir haben gerade erst die höchste Grundsteuer aller Zeiten beschlossen. Es muss unser Ziel sein, diese so schnell wie möglich wieder zurückzunehmen", sagt Heitmann. Kritik übt er auch am von der SPD vorgeschlagenen Termin der Bürgerbefragung. "Die Verquickung mit der Bundestagswahl ist aus unserer Sicht unglücklich."

Quelle: RP
 
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