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Kamp-Lintfort/Wesel
Loks fahren um den großen Förderturm

Kamp-Lintfort/Wesel. Die Modellbahnfreunde beginnen den Bau einer großen Modellbahnanlage. In den Mittelpunkt stellen sie ein Modell des Kamp-Lintforter Bergwerks West. 2020 soll sie fertig sein, um sie während der Landesgartenschau zu präsentieren. Von Peter Gottschlich

"Eine Modellbahn wird eigentlich nie fertig", sagt Edmund Schwiers, während er auf den großen Förderturm des Lintforter Bergwerkes schaut. "In Wesel war die große Anlage 17 Jahre alt. Gebaut haben wir immer noch daran. Eine Anlage lebt." So lange wollen die Modellbahnfreunde Niederrhein aber nicht an ihrer großen Anlage in Kamp-Lintfort bauen. Seit dem Jahreswechsel haben sie ihren Vereinsraum im Haus der Vereine in Kamp-Lintfort. "Wir wollen das Modul mit dem Bergwerk 2020 fertig haben, um es im Rahmen der Landesgartschau zu präsentieren", sagt Vorsitzender Dirk Kohfeld.

Als Ausstellungsort können sich die Modellbahnfreunde zum Beispiel die Lohnhalle an der Friedrich-Heinrich-Allee vorstellen. Der Vorsitzende geht allerdings davon aus, dass die die gesamte Anlage 2030 noch nicht fertig ist. Schließlich soll das Modul mit dem Bergwerk West nur sieben Meter lang und zwei Meter breit werden. Die Gesamtanlage wird mit 120 Quadratmetern achtmal so groß sein. Die Spur ist Halbnull, der Maßstab eins zu 87. Die Pläne haben die Modellbaufreunde schon gezeichnet.

"Ende der Sommerferien beginnen wir mit dem Bau", sagt Friedrich Nottebaum als stellvertretender Vorsitzender. "Dann haben wir Umbau und Renovierung abgeschlossen." Die Modellbahnfreunde richten seit dem Jahreswechsel die 400 Quadratmeter her, die sie unter dem Dach des Haus der Vereine im Diesterwegforum gemietet haben. "In Wesel hatten wir nur 300 Quadratmeter", erzählt Kohfeld. "Sie lagen in einer früheren Wäscherei an der Rheinstraße in der Nähe des Doms. Die waren über drei Etagen verteilt. Im Laufe der Jahre wurde es eng." Auf der einen Seite stieg die Mitgliederzahl. Mittlerweile sind es 65.

"Damit sind wir einer der großen Clubs in Deutschland", berichtet der 51-Jährige. "Viele Clubs haben nur 20 bis 30 Mitglieder. Das zeigt ein Blick ins Jahrbuch des Bundesverbandes Deutscher Eisenbahnfreude, dem wir angehören."

Auf der anderen Seite änderten sich Gewohnheiten. Wenn die Eisenbahnfreunde am Freitagnachmittag ab 16 Uhr ins Clubheim kommen, gehen sie direkt in die Wohnküche. Dort begrüßen sie sich, fachsimplen, blättern in Modellbaumagazinen, trinken oder essen etwas.

"Ein Mitglied bereitet immer etwas vor", sagt Mitglied Edmund Schwiers. "In Wesel war die Küche einfach zu klein." Gestärkt gehen die Modellbahnfreunde an die Arbeit, streichen zum Beispiel den großen Raum mit der großen Modellanlage, sortieren im Magazin Kleinteile oder räumen den kleinen Raum auf.

Dort sollen später einmal Lokomotiven und Waggons der Spur I, Maßstab 1 zu 32 rollen. "Die meisten von uns sind Techniker", sagt Friedrich Nottebaum. "Wir suchen noch Häuslebauer und Landschaftsgestalter."

Neue Mitglieder müssen nicht männlich und älter als 50 sein. "Bei uns ist sogar eine Frau aktiv", berichtet Dirk Kohfeld. "Dazu sind vier Jugendliche und einige junge Erwachsene Mitglied. Ich werde zwar manchmal belächelt, wenn ich sage, dass ich Modellbahnfreund bin. Aber das macht mir nichts aus." Um auf sich aufmerksam zu machen und Mitglieder zu werben, luden die Eisenbahnfreunde Niederrhein im Advent immer zu zwei Tagen der Offenen Tür ein. Diese Tradition wollen sie im Dezember 2017 aufleben lassen. "Ende 2017 können wir schon Weichen stellen und Züge rollen lassen", blickt der Vorsitzende in die Zukunft und schmunzelt. "Ganz fertig wird eine Anlage nie."

Die Modellbahnfreunde Niederrhein treffen sich jeden Freitag ab 16 Uhr unter dem Dach des Diesterwegforums, Vinnstraße, Kamp-Lintfort. Die Treffen dauern meist bis 22 Uhr, manchmal auch länger. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei vier Euro im Monat. Bilder von der früheren Modellanlage und Kontaktadressen sind im Internet zu finden: www.modellbahnfreunde.de

Quelle: RP
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