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Kamp-Lintfort
Mediathek entsteht in Ex-Discounter

Kamp-Lintfort: Mediathek entsteht in Ex-Discounter
Bauleiter Thomas Krüger, Dezernent Christoph Müllmann, Bücherei-Leiterin Katharina Gebauer und Innenarchitektin Julia Kloye (v.l.) studieren die Pläne. FOTO: Arnulf Stoffel
Kamp-Lintfort. Die Bauarbeiten in der neuen Mediathek laufen auf Hochtouren. Eine Deckenkonstruktion ist im ehemaligen Groka-Kühlhaus angebracht, neue Fenster sind eingebaut. Eröffnung ist am 4. März. Die alte Bibliothek schließt in zehn Tagen. Von Anja Katzke

"Hier war bei Groka die Fleischtheke und dort der Kühlraum", erläutert Kulturdezernent hristoph Müllmann lächelnd und zieht eine imaginäre Linie durch den hallenartigen Raum im hinteren Bereich des Rathauscenters. Überall wird im Haus gebohrt und gehämmert. Dort, wo sich vor gut 15 Jahren ein Lebensmitteldiscounter befand, entsteht zurzeit die neue Mediathek. "Wir reaktivieren eine Fläche, die 15 Jahre lang brachlag", betont der Beigeordnete stolz.

Katharina Gebauer, Leiterin der Stadtbücherei, kann es sich schon gut vorstellen, wie sich der Raum in den nächsten drei Monaten in eine Mediathek mit Open Library und Bistro verwandeln wird. Die Vorfreude ist auf jeden Fall groß. "In der alten Bücherei gegenüber beginnt für uns jeder Morgen mit der Sichtung der neuesten Schäden", erzählt sie. "Wir sind froh, wenn wir dort endlich raus kommen."

Die Umgestaltung der Räumlichkeiten macht langsam Fortschritte. Es wurden im hinteren Bereich bereits neue bodenhohe Fenster eingebaut. "Sie bringen das Tageslicht in die Mediathek", erklärt Thomas Krüger, der die Bauleitung für den Investor und neuen Besitzer des Rathauscenters innehat. Eine ungewöhnliche Deckenkonstruktion ist ebenfalls eingebaut. "Die Decken sind bis zu 8,40 Meter hoch. Durch das aufwendige Deckensystem können wir den Raum in unterschiedliche Bereiche einteilen." Es werden so Zonen für unterschiedliche Nutzungen geschaffen. Im Bereich zur Freiherr-vom-Stein-Straße entsteht der künftige Haupteingang zur Mediathek. "Und hier, rechts vom Eingang", sagt Katharina Gebauer gestern beim Rundgang durch die Baustelle, "entsteht ein Windfang für die 24-Stunden-Rückgabe unserer Bücher." Ein Drittel der gesamten Publikumsfläche machen künftig das Bistro 26, das nach der Hausnummer der Mediathek benannt ist, und die Open Library aus. Besucher können dort auch dann Bücher ausleihen, im Internet surfen, lesen und in Zeitschriften blättern, wenn die Bibliothek im hinteren Bereich beispielsweise nur für Kindergruppen und Schulklassen geöffnet ist. Möglich macht dies moderne Bibliothekstechnik. Aufsicht führt in dieser Zeit das Personal des Bistros. Pächter ist Manfred Kant Exposito.

Der Umbau eines jahrelang leerstehenden Lebensmittelgeschäftes zur Mediathek ist eine Herausforderung. "Es gab zum Beispiel keine vollständige Statikakte für das Gebäude. Das heißt: Wir mussten alles überprüfen lassen. Das war sehr aufwendig", erklärt Bauleiter Thomas Krüger. "Wir müssen dem Bauordnungsamt für die konstruktive Zusammenarbeit danken. Anders wäre ein solcher Umbau in diesem Zeitraum gar nicht möglich." Auch die Ideen der Ukw-Architekten, die mit der Planung der Innengestaltung beauftragt sind, hätten so manche Herausforderung für die Bauarbeiter parat, erzählt Krüger. Die Arbeiten seien zu 90 Prozent an regional tätige Unternehmen vergeben worden. "Sie identifizieren sich viel mehr mit der Baustelle", sagt der Bauleiter, der auch schon den Umbau des Magazingebäudes für die Hochschule begleitet hatte.

Die Stadt wird die Mediathek mieten. Die Kaltmiete beläuft sich auf 7,67 pro Quadratmeter. Der Mietvertrag ist über 20 Jahre abgeschlossen. Das Team der Bibliothek steht bereits in den Startlöchern. In zehn Tagen, am 10. Dezember, wird die alte Bibliothek geschlossen. Mitte Januar kommt das neue Mobiliar, Mitte Februar steht der Umzug an. Die Eröffnung der Mediathek am 4. März soll mit einem großen Programm und verschiedenen Veranstaltungen gefeiert werden.

Quelle: RP
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