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Kamp-Lintfort
Menschen(s)kinder im Museum Kloster Kamp

Kamp-Lintfort: Menschen(s)kinder im Museum Kloster Kamp
Der Brühler Zeichner, Illustrator und Grafiker Andreas Noßmann stellt im Museum Kloster Kamp eine Reihe Porträts aus. FOTO: aka
Kamp-Lintfort. Andreas Noßmann aus Brühl zeichnet Persönlichkeiten, die über dem Zeitgeschehen stehen. Von Anja Katzke

Sein Blick schweift in die Ferne, eine Hand stützt den Kopf, tiefe Furchen durchziehen das Gesicht: Thomas Mann wirkt nachdenklich, fast schon gedankenverloren, so wie Andreas Noßmann den Schriftsteller mit schnellem Tuschestrich gezeichnet hat. Persönlich begegnet sind sich Autor und Zeichner natürlich nicht. Mann starb 1955. Dennoch gelingt es Andreas Noßmann, Charakter und Wesenszug herauszuarbeiten. "Was mich reizt? Ich möchte die Person besser porträtieren als das Foto, das mir als Vorlage gedient hatte", sagt der in Brühl lebende Zeichner, Illustrator und Grafiker. Ab Samstag, 4. November, stellt Noßmann seine Porträts unter dem Titel "Menschen(s)kinder" in einer Ausstellung im Museum Kloster Kamp vor.

Der Zeichner hat nicht nur Thomas Mann porträtiert, sondern viele herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur. Churchill hängt in den beiden Ausstellungsräumen neben Marc Chagall, Oscar Wilde und Bob Dylan. Albert Camus hat den Mantelkragen stilecht aufgestellt, die Zigarette hängt im Mundwinkel. Bob Dylan ist als junger Mann porträtiert, auch er hat eine Zigarette im Mund. "Ich habe als Kind gerne Menschen portraitiert." Sie wurden statt Poster an die Wand des Zimmers gehängt. "Mein erstes Porträt war John Lennon. Ich fand die Beatles ganz toll."

Die Zeichnungen von Andreas Noßmann bestechen jedoch nicht nur durch ihre lebensnahe Darstellung der Porträtierten. Sie wirken, als seien sie vor längst vergangener Zeit entstanden und erst kürzlich auf irgendeinem Dachboden wieder gefunden worden. Das ist insbesondere dem vielfach verwendeten Sepiaton geschuldet, mit dem der Hintergrund ausgefüllt ist, aber auch dem Papier, das Noßmann verwendet: altes Grundbuchaktenpapier, das er auf einem Trödelmarkt erworben hatte. An manchen Stellen ist noch eine Handschrift in Sütterlin zu erkennen, daneben das Bild von Oscar Wilde. Der Zeichner hat aber nicht nur Porträts mitgebracht, sondern auch Szenen aus dem historischen Arbeitsleben und Variationen zu Goya.

Die Ausstellung wird am Samstag, 4. November, 15.30 Uhr, eröffnet. Zur Eröffnung wird eine Lithographie des Künstlers verlost.

Quelle: RP
 
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