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Kamp-Lintfort
Neue Ausstellung zeigt Schönheit Islands

Kamp-Lintfort. Stefan Reilich präsentiert in der Stadtbücherei Bilder eines Sehnsuchtsortes. Von Peter Gottschlich

Stefan Reilich ist mit der Kamera groß geworden. "Als ich fünf Jahre alt war, habe ich meine ersten Knipserfotos geschossen", erzählt der 52-jährige Kamp-Lintforter. "Seitdem fotografiere ich. Mit 18 Jahren habe ich mir die erste Spiegelreflexkamera gekauft. Das Fotografieren ist ein Ausgleich, den ich brauche."

Dabei schießt der Diplom-Wirtschaftsmathematiker, der als Systemanalytiker in der EDV einer großen Versicherungsgesellschaft in Dortmund arbeitet, hochwertige Bilder, die er regelmäßig in der Stadtbücherei ausstellt. Zeigte er dort vor fünf Jahren Fotos, die er auf einer Reise aufgenommen hatte, die er zusammen mit seiner Frau Heike Reilich nach Peru unternommen hatte, präsentiert er jetzt Bilder, die er auf einer Rundreise durch Island festhielt. "Seit meiner Jugend bin ich ein Fan der skandinavischen Länder", erzählt der gebürtige Wuppertaler, der durch seine Frau nach Kamp-Lintfort kam. "Ich war schon in Finnland, Norwegen und Schweden."

Schließlich liebt er die raue und atemberaubende Landschaft, die ganz den Kräften der Natur ausgesetzt ist, wie sie sich beispielsweise am Wasserfall Dettifoss zeigt. Wasser und Eis stürzen in einen riesigen Krater, der zu einer Seite hin geöffnet ist. "Wir waren während der Schneeschmelze in Island", blickt Heike Reilich-Sohns auf die dreiwöchige Reise Ende Mai und Anfang Juni zurück, bei der sie und ihr Mann auf der isländischen Rundstraße 3800 Kilometer unterwegs waren - inklusive Abstechern. "Die Ranger haben jede Stunde den Weg verändert, weil es getaut hat. Wir sind eine Stunde gestapft, bis wir den Dettifoss gesehen haben."

Um das Fließen des Wassers und Eises lebendig festzuhalten, versah Stefan Reilich seine Nikon 9100 mit einem Graufilter. "Normalerweise mache ich das nicht", sagt der Fotograf. "Aber so konnte ich den Regenbogen festhalten, der über dem Wasserfall schwebt. Ich bearbeite Fotos auch nicht nach. Die Natürlichkeit ist doch das Faszinierende."

Neben Wasserfällen, Vulkanen und Kliffen zeigt er in der Ausstellung "Im Land der Vulkane und Elfen" Bilder mit Tieren, vor allem Schafen und Islandpferden. Dazu rückt er außergewöhnliche Gebäude in den Blick, zum Beispiel die Hallygrimskirche in Reykjavik, die aus schwarzem Basalt erstellt aus dem Boden gen Himmel wächst, oder ein rotes Holzhaus, aus dem in einem Märchen Elfen kommen könnten.

Menschen sind dagegen nur selten auf den Bildern zu erkennen. Das ist auch bei den Fotos so, die er seit 2001 jährlich für seinen Kamp-Lintforter Kalender zusammenstellt. Er arbeitet gerade an der Ausgabe 2017, die er beim Barbaramarkt an der Marienkirche und beim Adventsmarkt am Kloster Kamp verkauft. Diesmal stellt er 70 Kalender mit echten Fotos her. "Es gibt mittlerweile einen Personenkreis, der jedes Jahr einen Kalender kauft", erzählt der Fotograf. "Mit dem Preis von 17,90 Euro decke ich nur die Kosten. Dabei habe ich sogar offiziell ein Gewerbe angemeldet. Aber ich fotografiere einfach gerne."

Die Fotoausstellung "Im Lande der Vulkane und Elfen" besteht aus 17 Bildern und ist bis zum 9. Dezember in der Stadtbücherei, Rathausplatz, zu sehen. Geöffnet hat die Stadtbücherei montags, donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr, dienstags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.

Quelle: RP
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