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Kamp-Lintfort
Neue Perspektive als Staplerfahrer

Kamp-Lintfort: Neue Perspektive als Staplerfahrer
Die ersten qualifizierten Gabelstaplerfahrer haben ihren vierwöchigen Lehrgang gestern beim Tüv Nord Bildung abgeschlossen. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Der Bildungsträger Tüv Nord qualifiziert im Rahmen eines neuen Arbeitsmarktprojektes an seinem Standort in Kamp-Lintfort aktuell 24 Männer und Frauen zu Gabelstaplerfahrern. Der erste Lehrgang ist gestern zu Ende gegangen. Von Anja Katzke

Das Fahrtraining auf dem Gabelstapler ist das A und O der Ausbildung: "Es ist uns wichtig, dass die Teilnehmer Routine bekommen", sagt Rainer Henke, Leiter des Bildungszentrums Tüv Nord am Bendsteg in Kamp-Lintfort. Gestern endete dort der erste Lehrgang in dem neuen Qualifizierungsprojekt, das viele Kooperationspartner im Kreis Wesel hat: Neben Tüv Nord Bildung sind das die Bundesagentur für Arbeit, die Job-Center im Kreis Wesel und das Unternehmen Mumme Personalservice mit Sitz in Wesel als Ideengeber. "Wir kennen den Bedarf der Unternehmen im Kreis Wesel sehr genau", betonte Stephan Sczypior, einer der Geschäftsführer des Weseler Unternehmens.

Aufgrund des wachsenden Logistikbereichs am Niederrhein steige in den Unternehmen der Bedarf insbesondere an gut ausgebildeten Staplerfahrern. "Allerdings wachsen auch in diesen Bereich die Anforderungen - insbesondere an die Ausbildung der Kräfte", erläutert Sczypior. Er entwickelte ein Konzept für diese Qualifizierungsmaßnahme und fand im Tüv Nord Bildung einen wichtigen Kooperationspartner, der die Aus- und Weiterbildung der angehenden Stapelfahrer übernimmt. "Wir haben uns gemeinsam an einen Tisch gesetzt und das Projekt ,Gabelstaplerfahrer - vielseitig und kompetent' entwickelt", sagte der Geschäftsführer von Mumme Personalservice.

Einen Gabelstapler fahren zu lernen, das könne man schon in einem Tag absolvieren. "Die meisten Unternehmen suchen aber Mitarbeiter, die sie nicht noch weiter schulen müssen, sondern qualifiziertes und vielseitig ausgebildetes Personal", betont Reiner Henkel, Leiter vom Tüv Nord in Kamp-Lintfort. "Es war also ein Kompromiss zu finden, der den Bedürfnissen der Unternehmen entspricht, gleichzeitig aber ungelernten Kräften eine berufliche Perspektive bietet und den Einstieg in die Logistikbranche ermöglicht", erklärte Stephan Sczypior die Idee, die hinter der Qualifizierung steckt. "Wir verstehen uns als der Motor solcher Initiativen." In der heutigen Logistik benötigen die Staplerfahrer Erfahrungen mit einer hohen Fahrpraxis in den Bereichen Elektro-, Diesel- und Gasstapler sowie im Bereich der Seitenschubmaststapler, auch Hochregalstapler genannt.

Die Teilnehmer an der Qualifizierung beim Tüv Nord Bildung werden in einem einmonatigen Lehrgang mit einem hohen Fahrpraxisanteil auf allen gängigen Staplermodellen ausgebildet. "Sie erhalten bei uns ein Perfektionstraining", erläuterte Rainer Henke. Die Lehrgänge sind jeweils für zwölf Teilnehmer gedacht, die an vier unterschiedlichen Fahrzeugen ausgebildet werden. "Sie kommen auf bis zu 40 Stunden Fahrpraxis", hob der Leiter des Kamp-Lintforter Bildungszentrums hervor, das aktuell 15 verschiedene Maßnahmen anbietet. Ein nagelneuer Hochregalstapler wurde eigens für das neue Qualifizierungsprojekt angeschafft.

Die Teilnehmer des ersten Lehrgangs kommen aus dem Kreis Wesel. Die Finanzierung übernimmt laut Rainer Henke das Job-Center, wenn eine Vermittlung garantiert wird. Die ersten Zwölf werden bei Mumme eine Beschäftigung finden. Die weiteren Teilnehmer werden in anderen Unternehmen eingestellt.

Quelle: RP
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