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Kamp-Lintfort/Moers
Neues Gewerbe auf altem Zechengelände?

Kamp-Lintfort/Moers: Neues Gewerbe auf altem Zechengelände?
Die Planer des RVR haben den ehemaligen Standort Bergwerk Rossenray in den Blick genommen. FOTO: huk
Kamp-Lintfort/Moers. Ein erster Entwurf des neuen Regionalplans sieht eine 170 Hektar große Fläche am Bergwerk Rossenray in Kamp-Lintfort als regionaler Kooperationsstandort für Gewerbeansiedlung vor. Die Moerser CDU setzt weiter auf Kohlenhuck. Von Anja Katzke

Bislang hat der Regionalverband Ruhr (RVR) nur eine erste Arbeitskarte für die Aufstellung des neuen Regionalplans veröffentlicht. Für die wir4-Kommunen zeichnet sich jedoch die Chance ab, eine rund 170 Hektar große Fläche in Kamp-Lintfort durch ihre gemeinsame Wirtschaftsförderung künftig entwickeln und vermarkten zu können. Die Planer des RVR haben den Standort Bergwerk Rossenray als eine potenzielle "Regionale Kooperationsfläche" für die Realisierung von neuen Gewerbe- und Industrieansiedlungen in der wir4-Region in den Blick genommen.

"Es gibt aber bislang nur diese Arbeitskarte", sagte die Kamp-Lintforter Stadtplanerin Monika Fraling. Das formelle Verfahren für den neuen Regionalplan sei noch nicht abgeschlossen. "Da gibt es noch viel zu klären und zu bedenken." Dennoch scheint die 170 Hektar große Fläche nordöstlich von Kamp-Lintfort an der Grenze zu Rheinberg und Moers genau ins Vorhaben des Regionalverbands Ruhr zu passen, ein neues Instrument für die Entwicklung von Gewerbeflächen einzuführen: die Förderung von sogenannten regionalen Kooperationsstandorten, die Städten und Gemeinden ermöglichen, zusammen großflächiges Gewerbe in der Region anzusiedeln.

Was die Kooperation betrifft, verfügen die wir4-Kommunen Moers, Kamp-Lintfort, Rheinberg und Neukirchen-Vluyn über langjährige Erfahrung. Die interkommunale Wirtschaftsförderung mit Sitz in Moers ist seit 2000 aktiv. Laut Monika Fraling hat der RVR seine Arbeitskarte für die Neuaufstellung des Regionalplans im November 2017 der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Fraling präsentierte den Verfahrensablauf im Februar den politischen Gremien in Kamp-Lintfort.

"Der Regionalplan wird zurzeit vom RVR neu aufgestellt. Darin wird wohl das neue Instrumentarium zur Flächenausweisung zur Anwendung kommen", bestätigte auch Brigitte Jansen, Vorstand der wir4-Wirtschaftsförderung. Für die Region sehe der erste Entwurf eine sehr große Kooperationsfläche im Umfeld von Rossenray vor. "Dies bietet eine attraktive Entwicklungsperspektive für die Region und ein großes Potenzial für ansiedlungsinteressierte Unternehmen. Wenn dieser Entwurf realisiert wird, trägt ein solcher gewerblicher Standort zur Stärkung des wir4-Wirtschaftsraumes bei", sagt Brigitte Jansen.

Die Fläche, die nordöstlich von Kamp-Lintfort liegt, gehört nicht der Kommune, sondern verschiedenen Eigentümern, unter anderem der RAG. Interessant dürfte sein, wie dieser RVR-Plan innerhalb von wir4 diskutiert wird. Mit der Fläche Kohlenhuck, die auf Moerser Stadtgebiet liegt, gibt es in der Region einen weiteren Standort, den man vor allem in Moers gerne entwickelt würde.

Wie berichtet, steht dieser Entwicklung bislang eine Vorgabe im Landesentwicklungsplan entgegen, die dies unmöglich macht. Demnach müssen neue Bereiche für gewerbliche und industrielle Nutzungen unmittelbar an die vorhandenen allgemeinen Siedlungs- und Gewerbebereiche anschließen. Bei Kohlenhuck handelt es sich jedoch um eine verinselte Lage im Freiraum. Diese planerische Vorgabe hatte in den vergangenen Wochen zu Diskussionen in Moers und in der Region geführt.

Die Moerser CDU sieht jetzt dennoch gute Chancen, Kohlenhuck als Industriefläche und Logistikstandort zu entwickeln. Wie Fraktionschef Ingo Brohl mitteilte, habe der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Regionalverband Ruhr (RVR) und CDU-Kreistagsmitglied, Udo Bovenkerk, auf der Frühjahrsklausurtagung darüber der CDU Moers berichtet. "Kohlenhuck ist, trotz Landesentwicklungsplans mit dem ominösen Siedlungsanbindungsgebot 6.33, entwickelbar", so Brohl.

Das NRW-Wirtschaftsministerium habe sich in einem Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden im RVR klar in die Richtung positioniert, dass der RVR im Fall Kohlenhuck im Zuge der Ermessensentscheidung zugunsten einer Ausweisung als GI-Fläche entscheiden könne.

"Da der Moerser Rat glasklar die Meinung vertritt, dass wir Kohlenhuck als Logistikstandort entwickeln sollten, hoffen wir nun darauf, dass wir gemeinsam mit der Moerser SPD und insbesondere den Grünen (diese stellen den zuständigen Planungsdezernenten im RVR), genau diese Ermessensentscheidung zugunsten von Moers auf RVR-Ebene erzielen können", sagt Brohl. "Insofern trägt die Landesregierung mit ihrem Entfesselungsansatz für wirtschaftliche Entwicklung zu einer positiven Entwicklung von Kohlenhuck bei."

Quelle: RP
 
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