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Kamp-Lintfort
Optiker Wiesner verkauft sein Geschäft

Kamp-Lintfort: Optiker Wiesner verkauft sein Geschäft
Andreas Wiesner bleibt seinen Kunden erhalten - trotz des Übergangs. Er leitet die Filialen in Kamp-Lintfort, Rheinberg und Moers-Repelen weiter. Der Optiker- und Hörakustikermeister entschloss sich zum Verkauf, weil sich für ihn die Frage der Nachfolge gestellt hatte. FOTO: Reichwein
Kamp-Lintfort. Optiker- und Hörakustikermeister Andreas Wiesner hat seinen Betrieb mit den drei Filialen in Kamp-Lintfort, Rheinberg und Moers an das Unternehmen Matt Optik verkauft. Der Geschäftsmann möchte mit der Partnerschaft die Zukunft seines Betriebes sichern. Von Anja Katzke

Mehr als fünf Jahrzehnte hat die Optikerfamilie Wiesner ihre Kunden in Kamp-Lintfort, Moers und Rheinberg betreut. "Wir haben unser ganzes Herzblut in das Unternehmen gesteckt", sagt Andreas Wiesner. Doch für ihn habe sich jetzt ganz klar die Frage der Nachfolge gestellt. "Ich bin 56 Jahre alt, und meine Tochter hat sich nach ihrem Abitur für einen anderen Beruf entschieden. Es musste eine Regelung gefunden werden, damit das Geschäft dauerhaft bestehen bleiben kann." Die Lösung ist eine Partnerschaft mit Matt Optik. Der Übergang war bereits im Juli.

"Ich habe mich lange gefragt, welcher Zeitpunkt der richtige ist, um die Nachfolge zu klären. Hört man erst mit 65 oder 70 Jahren auf und dreht dann den Schlüssel um - möglicherweise für immer? Es gibt doch genügend Beispiele dafür. Viele Geschäftsleute stehen heute vor derselben Problematik wie ich." Als inhabergeführtes Fachgeschäft habe man aber Verantwortung für seine Mitarbeiter. Für sie soll es weitergehen. Mit Matt Optik, das in Regensburg seinen Sitz hat, habe er eine gute Lösung gefunden, sagt er.

"Ich kann heute einen gesunden Betrieb übergeben. Die 17 Mitarbeiter an den drei Standorten werden übernommen. Es war mir wichtig, sie mitzunehmen, denn einige sind ja länger dabei als ich." Auch Andreas Wiesner bleibt seinen Kunden erhalten - als Filialleiter der drei Geschäfte. "Die Geschichte Wiesner ist also noch nicht zu Ende", sagt lächelnd der Kamp-Lintforter, der lange Jahre Vorsitzender der Werbegemeinschaft war und heute noch im Vorstand aktiv ist. "Ich führe die Geschäfte zusammen mit meinen Kollegen weiter. Die Kunden treffen auf dasselbe Team und dieselben vertrauten Ansprechpartner."

Die Geschichte des Optiker-Fachgeschäftes begann 1961. Sein Vater, Gottfried Wiesner, gründete auf etwa 36 Quadratmetern das erste Geschäft an der Friedrich-Heinrich-Allee in Kamp-Lintfort. "Es war ganz klein", erinnert sich Wiesner. Zwischen 1972 und 1980 wurden dann weitere Filialen in Rheinberg und Moers-Repelen eröffnet. Seit Anfang der 1980er Jahre hat das Fachgeschäft seinen Hauptsitz in der Fußgängerzone der alten Moerser Straße.

Andreas Wiesner wollte zunächst nicht ins Familienunternehmen einsteigen. "Ich interessierte mich für ein Studium der Umwelttechnik. Die Aussicht, irgendwann in einem Großbetrieb zu arbeiten, hat mich mit 18 Jahren aber abgeschreckt." Kurz vor dem Abitur beschloss er, sich in München zum Optiker ausbilden zu lassen. Direkt anschließend kam die Ausbildung zum Hörgeräteakustiker dazu. Nach der Optiker-Meisterschule startete er dann in einem der Geschäfte in Repelen. Berufsbegleitend absolvierte er ein paar Jahre später auch die Meisterprüfung in der Hörgeräteakustik.

"Der Übergang von meinem Vater auf mich ging ganz schnell. Er musste gesundheitsbedingt kürzer treten, und so bin ich einfach ins kalte Wasser gesprungen", erinnert sich der Optiker an seinen Berufsanfang. Als Unternehmer sei man immer im Einsatz und fahre so manche Doppelschichten. "Für mich stand fest, dass ich nicht bis 70 im Laden stehen möchte." Die Suche nach einem Partner habe ein Jahr gedauert, berichtet der Optiker. "Ich habe viele Gespräche geführt, bevor ich mich für die Partnerschaft mit Matt entschieden habe", erklärte der Optiker- und Hörakustikmeister. Das Regensburger Unternehmen ist ebenfalls ein familiengeführter Betrieb mit fast 100 Geschäften. "Natürlich war die Suche nach einem Partner emotional und spannend. Man macht sich die Entscheidung eben nicht leicht."

Andreas Wiesner freut sich jetzt über ein Mehr an Freizeit. "Ich werde bestimmt nicht nur aus dem Fenster gucken. Ich werde mehr mit meiner Frau unternehmen und mich auch weiterhin sozial und ehrenamtlich engagieren."

Quelle: RP
 
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