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Kamp-Lintfort
Orgelbrüstung in der Abteikirche ist saniert

Kamp-Lintfort: Orgelbrüstung in der Abteikirche ist saniert
Hans Gerd Klaßen, Vorsitzender der Freunde der Abteikirche Kamp, zeigt das restaurierte Schnitzwerk an der Orgelbrüstung. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Die Freunde der Abteikirche Kamp haben sich für die Restaurierung der Orgelbrüstung in der Kirche eingesetzt. Rund 35.000 Euro wurden dafür aufgebracht. Jetzt steht die Sanierung des Orgelprospekts an. Von Anja Katzke

In Eichenholz gefertigt, ragt das Orgelgehäuse hoch bis fast zum Kirchendach. Abt Willhelmus Norf aus Rheinberg (1705 bis 1726) ließ es in der Kamper Abteikirche errichten. Sein Wappen ziert noch heute die Orgelbühne. Während Orgelwerk und Pfeifen in der Vergangenheit mehrfach repariert werden mussten, blieben Prospekt und Brüstung bis heute unverändert erhalten. Vor etwa drei Jahren aber stellte man immer häufiger tiefe Risse im schmucken Schnitzwerk fest, außerdem Fehlstellungen und diverse Ausbesserungen, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte mit selbst geschmiedeten Nägeln durchgeführt worden waren. 2013 beauftragten die Freunde der Abteikirche das Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Fachhochschule in Köln mit einer Ursachenforschung, Bestandsaufnahme, Konzeptentwicklung und Musterrestaurierung.

Ergebnis: Das Brüstungszier war bereits bei seiner Fertigung vor fast 300 Jahren unsachgemäß konstruiert worden. "Die Brüstung der Orgelempore unterlag durch die Zeit hindurch einem stetig fortschreitenden Schadenprozess", erläutert Hans Gerd Klaßen, Vorsitzender des Freundeskreises, das Ergebnis, zu dem die Hochschüler gekommen waren. "Dementsprechend schlecht sah auch das Eichenholz mit seinen Schnitzereien aus." Grundlegende Ursache sei insbesondere die falsche Fixierung des Schnitzwerks zwischen den Profilleisten gewesen.

Als die Ursachen erkannt, folgte jedoch die Frage der Finanzierung der Restaurierungsarbeiten: "Die ersten Vorschläge, wie man ein solches Projekt finanzieren könnte, wurden sowohl vom Kirchenvorstand als auch dem Bistum Münster abgelehnt - mit der Begründung, dass dafür kein Geld vorhanden sei", erinnert sich Klaßen. Vor zwei Jahren habe das Bistum schließlich in Aussicht gestellt, dass 2017 ein Antrag gestellt werden könne. So lange wollten die Freunde der Abteikirche jedoch nicht warten. "Wir haben einige Spender gefunden, die es uns ermöglicht haben, die Renovierung bis auf einen kleinen Restbetrag aus Eigenmitteln bezahlen zu können", berichtet Klaßen.

Die Freunde der Abteikirche Kamp haben es sich im Jahr 2004 zur Aufgabe gemacht, die Abteikirche und ihre wertvollen Kunstschätze zu erhalten. Der Verein hat heute 60 Mitglieder und finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Bislang wurde aber nur die Orgelbrüstung mit ihrem Schnitzwerk restauriert. Beauftragt wurde das Unternehmen Engel-Bangen aus Havixbeck, das sie auf die Restaurierung solcher Arbeiten spezialisiert hat. Saniert wurde allerdings bislang nur die Orgelbrüstung mit ihrem Schnitzwerk. Bei der Reinigung wurden auch die Vergoldungen am Holz, die mit der Zeit verstaubt waren, wieder sichtbar. "Um auch das Orgelprospekt restaurieren zu lassen, fehlt unserem Verein noch das nötige Geld", betont Hans Gerd Klaßen. Dafür werden weitere 15.000 Euro benötigt. Damit nicht genug: Es wurde festgestellt, dass die Orgelempore nicht mehr tragfähig ist. "Es dürfen höchsten noch bis zu drei Leute hinauf", so Klaßen. Da Not in Verzug sei, habe man bereits eine Holzfachfirma beauftragt, die Schadenshöhe zu beziffern. "So dass wir einen Investitionsantrag stellen können." Ob Weihnachten der Chor auf der Empore wieder singen darf, vermag Klaßen aber heute noch nicht zu sagen. "Ich habe erhebliche Zweifel, ob das klappen wird."

Quelle: RP
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