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Kamp-Lintfort
Patient plant nach Bandscheiben-OP eine große Fahrradtour

Kamp-Lintfort. Herbert Roebers ließ sich am St.-Bernhard-Hospital operieren. Die Radtour soll 2016 über 3500 Kilometer nach Nord-Norwegen führen.

Begonnen haben seine Beschwerden bereits, als Herbert Roebers 20 Jahre alt war. Bei einem Arbeitsunfall brach er sich das Schienbein. Das Ergebnis der damaligen Behandlung: eine Verkürzung des Beines. Damals waren es 0,5 Zentimeter, heute, 40 Jahre später, ist das linke Bein 1,5 Zentimeter kürzer als das rechte. Den Schiefstand versuchte Herbert Roebers mit Schuhen und Einlagen auszugleichen. Aber immer häufiger hatte er starke Rückenbeschwerden, einen "Hexenschuss".

Der behandelnde Orthopäde erkannte das Problem und verordnete Herbert Roebers eine spezielle Rückenschule. Dann kam der Abend, an dem die Schmerzen unerträglich wurden. Vom Notarzt wurde er ins Bernhard-Hospital eingewiesen. Ihn betreute Dr. Florian Danckwerth, Chefarzt der Klinik für Konservative Orthopädie, Schmerztherapie und Manuelle Medizin.

"Die Beschwerden von Herrn Roebers waren massiv", berichtet Danckwerth. "Besonders das Kribbeln im Bereich der großen Zehe machte mir Sorgen", informiert er. Dazu kam, dass er sich partout nicht operieren lassen wollte. "Es ist ja immer konservativ gegangen, ich sah nicht ein, warum das dieses Mal anders sein sollte", erzählt der Patient. Mit ausgeprägtem Fingerspitzengefühl und nahezu detektivischem Suchen hatte Florian Danckwerth aber festgestellt, dass Herbert Roebers einen großen Bandscheibenvorfall hatte. Erkennen konnte man ihn erst im Kernspin-Tomographen. Und er musste dringend operiert werden. Nach Konsultation mit seinem neuen Kollegen, Dr. Martin Grummel, Chefarzt der Orthopädischen Klinik I, waren sich beide schnell einig: Nur eine Operation konnte Herbert Roebers wirksam helfen. Interdisziplinär besprachen beide Chefärzte dann das weitere Vorgehen und überzeugten ihren Patienten von der Operations-Notwendigkeit. "Die gemeinsame Kompetenz beider orthopädischer Abteilungen ist die Stärke unseres Hauses. Dabei steht immer im Vordergrund, dass eine Operation vermieden wird, wenn irgendwie möglich, aber dem Patienten wirklich geholfen wird", betont Geschäftsführer Ottmar Köck.

Nicht immer ist eine Operation bei einem Bandscheiben-Vorfall die beste Wahl. "Das muss in jedem Einzelfall sorgfältig geprüft werden", erläutert Martin Grummel. "Nur wenn Lähmungen und ein Taubheitsgefühl auftreten, die auch Stuhl- oder Urininkontinenz mit sich bringen können, ist die Entscheidung klar". Die überwiegende Zahl aller Bandscheiben-Vorfälle lässt sich erfolgreich konservativ behandeln. Roebers besucht jetzt - nach einer notwendigen, dreimonatigen Ruhephase - eine Rehabilitationsklinik. Dort lernt er die notwendigen Übungen, um sich und seine Wirbelsäule fit zu halten.

Herbert Roebers plant aber weit über diese Zeit hinaus. "Nächstes Jahr will ich die für dieses Jahr geplante Fahrrad-Tour machen", lacht er. 3 500 Kilometer lang wird sie sein und ihn bis nach Nord-Norwegen führen. "Ich habe meinen Ärzten gesagt, dass ich all meine Hoffnungen in ihre Hände lege und weiß, dass sie mich nicht enttäuschen und dass ich nicht anschließend im Rollstuhl sitzen werde", erzählt der 63-Jährige.

Seine Hoffnungen haben ihn nicht getrogen.

Quelle: RP
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