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Kamp-Lintfort
Picknick und Freiluftkino im Freibad

Kamp-Lintfort. Nach elf Jahren ist Kamp-Lintfort wieder ein Standort bei den FilmSchauplätzen NRW. Das Panoramabad bot am Mittwoch die perfekte Kulisse für das Kinovergnügen unter freiem Himmel. Von Sabine Hannemann

Bepackt mit Gartenstühlen und einer gut gefüllten Provianttasche erreichen am Mittwochabend die ersten Kinofreunde das Kamp-Lintforter Panoramabad. Die rund 54 Quadratmeter große und aufblasbare Leinwand steht bereits, als sich die Gäste für ihren Kinoabend auf der Rasenfläche einrichten. Zum Schluss sollten es weit über 300 Menschen sein, die es sich im Freibad gemütlich gemacht haben. Die Moerser Katja und Ralf Plaßmeier haben die beschichtete Picknickdecke ausgebreitet. Er köpft gerade die Sektflasche, der gemütliche Teil des Tages hat für die beiden angefangen. "Wir machen zum ersten Mal bei solch einem Sommerabend mit", erklären die beiden. Kinofilme mögen sie. "Aber unter freiem Himmel Kino zu erleben, das ist für uns etwa Besonderes", sagen sie. Die Rheinberger Ralf und Gaby suchen gerade in den Sommerwochen das Open-Air-Vergnügen. Krefeld und Duisburg gehören zu ihren Favoriten. "In Kamp-Lintfort sind wir zum ersten Mal", erzählen die Rheinberger. Französische Filme mit Tiefgang mögen sie. Auf den Film "Junges Licht" von Adolf Winkelmann sind sie gespannt. Es geht um das Bergarbeiterleben, junge Liebe und Irrungen im Ruhrgebietsmilieu. Freiluftkino kennen auch die Kamp-Lintforterinnen Petra Bonse und Corinna Kamp. Spontan hat jede die Picknicktasche gepackt, wärmende Jacken und Decken mitgenommen. "Wir erleben das Freiluft-Kino zum zweiten Mal", erzählen sie. Einige bekannte Gesichter haben sie im Publikum auch schon erspäht. "Eine perfekte Kulisse mit Schwimmbad und Leinwand. Ist ein bisschen wie Urlaub", so ihr Fazit. Sogar das Wetter spielt mit und schenkt den Kinofreunden laue sommerliche Temperaturen. Für den Beigeordneten Christoph Müllmann ein gutes Omen. "Ich habe schon am Morgen sämtliche Wetterdienste gegoogelt. Das Wetter spielt wirklich mit. Einen Plan B mit einem überdachten Standort hatten wir nicht. Nur bei Sturm hätten wir abgesagt." Das Big Band Orchester Niederrhein stimmt das Publikum auf das Kulturevent ein. Dass Kamp-Lintfort nach Jahren wieder Filmschauplatz geworden ist, "hat mit den Vergabekriterien und dem passenden Ambiente für den Bergarbeiterfilm zu tun", sagt Ilona Haje vom Kulturbüro. Der Veranstaltungsort Pappelsee ist perfekt.

Damals brauchte man nahe der Zeche Friedrich Heinrich Füllmaterial für die Bergwerksanlagen. Das damalige "Baggerloch" füllte sich mit Grundwasser und diente dann bis Mitte der 1960 Jahre als Badeanstalt. Zu den Kriterien der FilmSchauplätze gehört freier Eintritt in den Ferien. "All diese Kriterien haben wir erfüllt", sagt Ilona Haje. Unterstützt wird das Event durch die Fördergemeinschaft für Bergbautradition Linker Niederrhein. Kumpels präsentieren Helme, Lampe und Kauenhaken, machen auf die Arbeitswelt und die Vergangenheit der ehemaligen Bergarbeiterstadt aufmerksam.

"Wir haben extra für den Tag an den Eingang eine große Grubenlampe gestellt, die wir mit einem Hänger befördert haben", sagt dazu Norbert Ballhaus.

Als dann das Filmereignis angekündigt wird, nutzen einige noch schnell die Möglichkeit, sich am Büdchen mit Fritten und Popcorn einzudecken.

Quelle: RP
 
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