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Kamp-Lintfort
Räume tänzerisch neu entdecken

Kamp-Lintfort. Die dritte Werkstatt des Kulturrucksacks bringt Schüler zum Tanzen.

Für Ralf Müller war die Schule an der Friedrich-Heinrich-Allee der ideale Ort für die dritte Werkstatt des Kulturrucksacks. "Diese Schule ist ein Platz, den die meisten Jugendlichen nicht kennen", sagte der Mitarbeiter der mobilen Jugendarbeit. "Ihr Backsteingebäude und ihre Aula sind besondere Räume. Diese Räume entdecken die Jugendlichen beim Kulturrucksack für sich."

Diesmal waren es elf Zehn- bis 15-Jährige, die am Wochenende die Räume des Schulgebäudes tänzerisch eroberten,das 1929 vollendet wurde und zu den markantesten des Niederrheins zählt. Zuerst spannten sie mit Wollfäden Buchstaben auf dem Hof der Schule auf, die als Mittelschule eröffnet wurde, um fünfmal den Namen zu wechseln und heute Janusz-Korczak-Schule zu heißen. Zum Beispiel umzäunten sie ein "A" und ein "L" zwischen Kastanien, das sie später tänzerisch ausfüllten. Sie befestigten mit Kreppband auf einer Tischtennisplatte einen Kreis mit Ausbuchtungen. Oder sie zeichneten auf einem Baumstumpf ein Sechseck. "Die Idee mit der Wolle haben wir aus Neukirchen-Vluyn übernommen", berichtete Nils Kemmerling, der als Videokünstler bei allen drei Projektwerkstätten dabei war. Schließlich ist der Kulturrucksack ein gemeinsames Projekt, das vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport bezuschusst wird. So arbeitet Kamp-Lintfort mit Neukirchen-Vluyn und Hemer als Landesgartenschaustadt 2010 zusammen.

Unter den Kastanien ließen sich die Jugendlichen bereits zu ersten Tänzen inspirieren. "Es ist eine experimentelle Choreographie", sagte Choreographin Rosa Jesser. "Die Jugendlichen erkunden den Raum tänzerisch." In der Aula tanzten sie teilweise im Dunkeln. So konnte Nils Kemmerling mit Farbfolien und Taschenlampen Lichteffekte erzeugen, die er aufnahm, um sie in einen Film mit Lichtmalerei einzubauen. Diesen Film stellt er mit allen Aktiven des Kulturrucksacks Anfang Dezember in Kamp-Lintfort vor, wo auch die Städte Neukirchen-Vluyn und Hemer ihre Ergebnisse präsentieren.

(got)
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